Kategorien
1. Herren

Nachgefragt: Achim Hollmann

„Sind in die richtige Richtung unterwegs“Nachgefragt: Achim Hollmann, Trainer der Basketballer des TuS Syke, über die Stimmung nach dem ersten Sieg

Achim Hollmann ist Trainer der Basketballer des TuS Syke und hat im Sommer einen Umbruch eingeleitet. Statt zwei Mannschaften startet in dieser Saison nur noch ein Herrenteam. Das hat aber das Startrecht der Sulinger in der Bezirksoberliga übernommen. Der Kader wurde zwar größer, besteht allerdings aus vielen jungen und in dieser Liga noch unerfahrenen Spielern. Eine Aufbausaison hatte der neue Trainer Hollmann ausgerufen. Jetzt siegte das Team im achten Spiel zum ersten Mal. Hollmann ist seit 26 Jahren Basketball-Trainer, meistens in Sulingen.

Herr Hollmann, ausgerechnet beim ersten Saisonsieg waren Sie nicht dabei…
Achim Hollmann: Ich war bei der Feier des 80. Geburtstags meines Vaters. Co-Trainer Nils Lehmkuhl hat mich sofort nach der Schlusssirene informiert. Während des Spiels ging das schlecht, denn er ist ja selbst mit aufgelaufen.

Wie war Ihre Reaktion?
Ich war natürlich ziemlich erleichtert und froh, dass sich die Arbeit ausgezahlt hat. Die Jungs haben zweifelsohne Talent. Es war nur die Frage, wann sie es abrufen. Wir hatten ja gegen das Spitzenteam Neustadt schon ziemlich gut ausgesehen. Wir sind in die richtige Richtung unterwegs.

Wie lautet die Bilanz nach der ersten Saisonhälfte?
Der Ablauf war zu erwarten. Wir sammeln Erfahrungen, arbeiten viel und ernten jetzt erste Früchte. Uns war klar, dass das dauert. Diese Saison ist dafür da, Erfahrungen zu sammeln. Ein Spieler wie Phil List muss als Youngster als Spielmacher ran und Verantwortung übernehmen, das ging nicht von heute auf morgen. Auch bei Marc Stehr sieht man die Entwicklung. Er ist körperlich sehr präsent, war früher etwas wilder und spielt nun viel cleverer.

War es richtig, für die Bezirksoberliga zu melden?
Wir haben das Startrecht von Sulingen bekommen, da gab es zuletzt ja eine Spielgemeinschaft mit Syke. Es ist richtig, dass wir hier spielen. Es war das Ziel, den Spielern zu zeigen, dass sie auf diesem hohen Niveau hart arbeiten müssen, aber dass es sich auch auszahlt.

Die Trainingsbeteiligung war in der vergangenen Saison ja eher mäßig…
Das habe ich auch gehört. Aber der Kader war auch kleiner. Ich kann mich nicht beschweren. Wir sind zweimal pro Woche in der Halle, es sind fast alle da. Die Spieler wissen, dass sie lernen müssen. Ich bin nicht da, um sie zu bespaßen, wir üben viel Taktik, auch wenn es beim x-ten Mal vielleicht etwas eintönig ist.

Wie sehen Sie die Perspektive des Teams?
In Sulingen konnte ich über Jahre mit einem Team arbeiten, weil die Konkurrenzvereine weit weg waren und alle dabeiblieben. Das ist hier anders, Bremen lockt schon, das haben die Syker in den letzten Jahren auch immer wieder gemerkt. Die Bezirksoberliga ist in Syke mittelfristig zu halten. Wenn der Kern der Spieler bleibt, wird das kein Problem sein. Daher wäre es hilfreich, wenn wir die Liga schon jetzt halten. Die Mannschaft können wir um diesen Kern herum aufbauen. Es wird aber Wechsel geben, so wird Axel Rouiller wieder in die Schweiz zurückkehren.

Das Saisonziel…
ist der Klassenerhalt. Es steigt nur ein Team ab. Wenn es nicht klappt, müssen wir sofort am Wiederaufstieg arbeiten. Es wird aber einfacher sein, die nötigen Siege jetzt zu holen. Die Rückrunde kann ja nur erfolgreicher werden (lacht). Fünf Siege am Ende wären gut, dann hätten wir eine positive zweite Serie gespielt. Die Teams im Mittelfeld können wir in Top-Form schlagen, das haben wir gegen TK Hannover ja gesehen.

Das Gespräch führte Karsten Bödeker.

Syker Kurier, 19.01.2017