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Herren: Syke Bears – TuS Bothfeld

Ein deutlicher Klassenunterschied – Die Bezirksoberliga-Basketballer des TuS Syke unterliegen dem TuS Bothfeld klar mit 46:100

Syke. Ernüchterung und Verständnis zeigten Achim Hollmann, Mirko Kruslin und Holger List nach der Niederlage der Basketballer des TuS Syke. Der Trainer des Bezirksoberligisten und die beiden Spielerväter sind Insider und erfahren genug. Sie wissen und verstehen, dass das junge Syker Team einfach noch zu unerfahren ist, um gegen die Top-Teams mithalten zu können. Gleichwohl führen solche Niederlagen wie das jüngste 46:100 (20:46) gegen den TuS Bothfeld den Klassenunterschied dann doch eine Spur zu deutlich vor Augen. Spätestens ab der fünften Spielminute hatten die Bothfelder das Geschehen in der BBS-Arena völlig unter Kontrolle und spielten ihren Stiefel beeindruckend unbeeindruckt herunter. „Die haben dann einfach mal das Tempo angezogen“, meinte Coach Hollmann über das, was in den finalen fünf Minuten des ersten Viertels passierte und was letztlich schon die Entscheidung war.

Die Syker hatten nicht nur den ersten Korb geworfen, sondern führten auch noch 9:8 (5.). Nicht mal fünf Minuten später stand es mit der ersten Sirene 10:27 – alle Fragen waren beantwortet. Wirkliche Vorwürfe wollte den Sykern niemand machen, zumal sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten bis zum Ende Engagement zeigten. Bestes Beispiel war Tjard Martens, ein Youngster, der nur wenige Einsatzminuten bekam, für seinen Rebound und Sekunden später für einen am Boden erkämpften Ball Szenenapplaus bekam. Dass ihm, einem Perspektivspieler, solche Ballgewinne gelangen, war bezeichnend. Denn gerade unterm Korb bei den zweiten Bällen waren die Syker komplett chancenlos. Wobei es gar nicht zu so vielen zweiten Bällen kam, stark verkürzt gesagt: Es gab sie kaum, die Möglichkeiten zum Rebound. Bothfeld traf aus nahezu jeder Position nach Belieben.

Syke dagegen traf häufig nicht mal den Korb oder auch nur den Korbrand, viele Versuche wurden so eine leichte Beute des Gastes. Und wenn mal ein Ball aussichtsreich zurückprallte, standen gleich zwei Bothfelder neben Center Marc Stehr. „Den Jungs fehlt einfach die Erfahrung“, so Hollmann, „und ein Team wie Bothfeld, das in die Oberliga will, nutzt das gnadenlos aus.“ Da nützte manchmal auch das größte Engagement nichts, wenn Martens zwar im Bodenkampf erfolgreich war, in der nächsten Szene der noch jüngere Joscha List aber vom Gegner einfach zu Boden gecheckt wurde. Die Schiedsrichter ließen solche grenzwertigen Szenen oft weiterlaufen, was selbstverständlich kein Grund für die Syker Niederlage war. Allerdings fand der TuS kein wirksames Mittel und ließ den Gegner gewähren.

Als Lehrgeld verbuchte Hollmann das. Ein erfahreneres Team hätte in der Defensive wohl nicht so körperlos agiert. Bothfeld konnte immer wieder ungehindert zum Korb ziehen. Und wenn es kein Durchkommen gab, spielten die Gäste den Ball gedankenschnell wieder eine Station zurück, um im neuen Anlauf erfolgreich zu sein. Abgeklärt spielte der Gast die 24 Sekunden, die für einen Angriff erlaubt sind, aus. Und wenn mal zwei Freiwürfe danebengingen, folgten zwei Dreipunktewürfe.

Auf der Gegenseite schienen die Syker vor der Bothfelder Defense zwischenzeitlich wie vor einer unüberwindbaren Wand zu stehen. Zwar zeigten Phil List und Axel Rouiller durchaus technisch anspruchsvolle Ansätze, doch insgesamt agierten die Syker zu selten konzentriert und setzten Bothfeld eben zu selten unter Druck, um zum Erfolg zu kommen. Das zweite Viertel ging mit 10:19 verloren, mit 20:46 wurden die Seiten gewechselt. Über 29:69 und 37:85, die Partie war schon lange gelaufen, mussten die Syker die letzten Minuten absitzen. 30 Sekunden vor dem Ende sorgte ein Korbleger für den Endstand. „Ob es nun 97 oder 100 Punkte für den Gegner sind, ist dann auch egal“, meinte Hollmann.

Am kommenden Wochenende steht für den TuS Syke die nächste Mammutaufgabe an: Die Reise geht zum TSV Neustadt II. Der hat alle sieben Spiele gewonnen und eine Korbbilanz von plus 185. Zum Vergleich: Syke verlor bisher alle sechs Partien und hat eine Negativbilanz von 198. „Ob es nun 97 oder 100 Punkte für den Gegner sind, ist dann auch egal.“

Syker Kurier, 14.12.2016 - Achim Hollmann