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Syke Bears – Eintracht Hildesheim

Chancenlos gegen dezimierte Hildesheimer
Basketballer des TuS Syke beziehen 62:78-Niederlage und bleiben tief im Abstiegskampf stecken

Noch am Freitagabend hatten die Basketballer von Eintracht Hildesheim ihr Spiel beim TuS Syke, das tags darauf um 18 Uhr stattfinden sollte, mangels Personal abgesagt. Nur zwölf Stunden später machten sie einen Rückzieher, reisten nach Syke und fuhren mit nur fünf Spielern einen 78:62 (41:23)-Sieg in der Bezirksoberliga ein. Hildesheim gehört mit nunmehr acht Siegen bei drei Niederlagen zur Spitzengruppe der Liga, während die Syker (ein Sieg, zwölf Niederlagen) weiter im Abstiegskampf stecken.
Der Erfolg der Gäste war verdient, weil sie drei bärenstarke und treffsichere Akteure aufbieten konnten und abgesehen von der Anfangsphase konstanter agierten als der TuS. Gleichwohl war das Spiel von seltsamen Randerscheinungen geprägt. Da waren die Unparteiischen, die sich nicht nur während (!) der Syker Freiwürfe auf Diskussionen mit den Hildesheimern einließen, sondern auch den Hildesheimer Rumpfkader bei der Bewertung von Fouls verschonten. Zudem versuchten die Gäste in Hälfte eins wiederholt, den mit Syker Nachwuchsakteuren besetzten Zeitnehmertisch in unangemessener Form einzuschüchtern – keine feine Art und ob des Spielverlaufs auch unverständlich.

Darin den Grund für die Niederlage zu suchen, wäre zu einfach und auch nicht sachgerecht, deswegen tat das auch kein Syker. Vielmehr hatten sie sich die Pleite gegen den favorisierten Gegner selbst zuzuschreiben, die Syker verloren das Match vor allem wegen der Schwächephase Ende der ersten Hälfte und im dritten Viertel. Furios war der TuS gestartet, führte schnell 10:2, ehe Hildesheim aufdrehte, wobei Alexander Baal auf ein vertretbares 13:17 nach zehn Minuten verkürzte. Insgesamt war der TuS zu selten auf die beschränkten Personalmöglichkeiten der Gäste eingegangen, zog beispielsweise zu wenige Fouls. Mit einer bemerkenswerten Sicherheit und steigendem Selbstbewusstsein trafen die Hildesheimer in der Folge einen Dreipunktewurf nach dem anderen. Syke dagegen machte zwischen Minute 13 und 20 nur einen Korb, ein 23:41-Pausenstand war die Folge. Zu selten zeigten die Syker Präsenz, wie beispielsweise Timo Sudmann, der beim Rebound beherzt zugriff. Da strahlten die Hildesheimer eine engagiertere Körpersprache aus. Zudem waren die Syker im Angriff beim Spiel ohne Ball zu statisch und zogen zum Leidwesen von Trainer Dusan Veselinovic zu selten zum Korb. Die Würfe waren zudem zu ungenau gesetzt. „Irgendwann leidet dann die eigentlich ordentliche Defensive auch darunter“, hatte Spartenleiter Holger List beobachtet. Auch wenn die Syker diesmal zu siebt waren, leidet der Trainingsbetrieb unter dem kleinen Kader, denn nur wenige Absagen führen dazu, dass taktische Belange nicht effektiv geübt werden können.

Nach der Pause ging es zunächst ähnlich weiter. Die nun häufigeren Syker Körbe konterte Hildesheim regelmäßig mit Dreipunktetreffern, so zog Hildesheim allmählich davon. „Keine Schüsse, Jungs“, mahnte der Coach von außen. Die Syker fingen sich, kamen auf 56:66 heran. „Da waren wir wieder gut im Spiel“, meinte Mannschaftsführer Nils Lehmkuhl. Doch Hildesheim behielt das Heft in der Hand, obwohl die Syker die zweite Hälfte für sich entschieden hatten. „Wir haben in jedem Spiel Phasen, in denen es gut läuft, doch insgesamt reicht es nicht“, so Lehmkuhl.

TuS Syke: Baal (2), Y. Bäuning (2), Coskun, Lehmkuhl (7), Kruslin (22), Stehr (19), Sudmann (10).

Syker Kurier, 25.01.2016