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Syke Bears – TuS Bothfeld

Korbjäger ohne Erfolgserlebnis
Syke unterliegt Bothfeld – Defensivumstellung fruchtet dennoch

Dass die Basketballer des TuS Syke in der Bezirksoberliga Hannover vor einer schwierigen Saison stehen würden, war allen Beteiligten schon im Vorfeld klar. Zu ambitioniert erschien die Konkurrenz, zu vage wirkten die eigenen Möglichkeiten. Nach zehn Partien finden sich die Syker nun auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder – mit einem Sieg und neun Niederlagen. Auch gegen den TuS Bothfeld gab es kein Erfolgserlebnis, was gegen den starken Tabellendritten aber auch nicht wirklich zu erwarten war. Am Ende unterlag der TuS in eigener Halle mit 59:80 (29:47). Dennoch gab es Phasen, die Mut machen.
Er war mit 25 Punkten Sykes mit Abstand erfolgreichster Werfer: Doch auch Marc Stehr (Mitte) konnte die Heimniederlage gegen Bothfeld nicht verhindern. (Janina Rahn)
Marc Stehr, Sykes gefährlichster Werfer, bestätigte diese Sichtweise. Er nannte beispielhaft das dritte Viertel, „als wir zwischenzeitlich bis auf acht Punkte herangekommen waren“. Der Außenseiter war drauf und dran, den erklärten Favoriten mächtig zu ärgern, schaffte es dann aber doch nicht. „Weil wir im Anschluss wieder zu viel zugelassen haben“, so Stehr. Vielleicht war es die Angst vor der eigenen Courage, vielleicht aber auch die nun wieder deutlich konzentriertere Herangehensweise des Gastes. Jedenfalls zog der nun Punkt um Punkt davon – bis der Rückstand irgendwann nicht mehr zu korrigieren war. An Stehr selbst lag das am allerwenigsten. Er war mit 25 Punkten wieder mal Sykes mit Abstand bester Schütze.

Aber, womit wir bei einem der eingangs erwähnten positiven Aspekte angelangt wären: Dass die Brinkumer nach einem missglückten Start überhaupt in die Partie zurückfanden, war nicht gerade selbstverständlich. Sie lagen nämlich schnell mit 2:12 hinten, „und haben dabei wahnsinnig schlecht verteidigt und vorne nichts getroffen“, sparte Stehr nicht mit (Selbst-)Kritik. Es lief nicht viel zusammen bei den Hausherren, weshalb Trainer Dusan Veselinovic in der Pause deutliche Worte fand.

Die verfehlten ihre Wirkung nicht, was aber auch mit einer Umstellung in der Defensive zusammenhängen dürfte. Veselinovic verabschiedete sich von der gängigen 2:3-Deckung und verordnete seinen Mannen eine für sie ungewohnte Variante: „Ein Spieler stand weiter oben, drei in der Mitte und einer direkt unter dem Korb“, beschrieb Marc Stehr die neue Defensivformation, die den spielerisch überlegenen Bothfeldern fortan gehörige Probleme bereiten sollte. Die Gäste trafen nun nicht mehr so selbstverständlich wie zuvor. Dusan Veselinovic hatte ein glückliches Händchen. Marc Stehr will daraus keine bloße Momentaufnahme ableiten. Er denkt an die Zukunft. „Mit dieser Taktik können wir es jedem Gegner schwer machen“, ist er überzeugt.

Gegen Bothfeld kam die Umstellung aber zu spät, die Niederlage war nicht mehr abzuwenden. Dennoch ist Marc Stehr zuversichtlich: „Wir haben auf jeden Fall eine Chance, da unten rauszukommen“, betonte er. Von elementarer Bedeutung sei deshalb gleich die erste Begegnung im neuen Jahr: beim Liga-Neunten und Tabellennachbarn TuS Eicklingen, den die Syker im Erfolgsfall überholen könnten. Noch gibt es also Hoffnung.

TuS Syke: Baal (2), Bäuning (2), Kruslin (10), Lehmkuhl (6), List (2), Schulz (8), Stehr (25), Sudmann (4).

Syker Kurier, 16.12.2015