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Syke Bears – TSV Eicklingen

Premiere in Rekordspielzeit
Mitte des dritten Viertels hatte der Trainer der MSG Sulingen/Syke genug gesehen. Er nahm seine Nummer sieben, der nur wenig gelungen war, für den Rest des Spiels vom Feld. Der Betroffene hatte dafür Verständnis, denn es war Sven Lehmann, und der ist gleichzeitig auch Trainer der MSG. Er nahm sich also selbst aus der Partie. Mit 47:36 führten die MSG-Basketballer zu diesem Zeitpunkt, ehe sie am Ende einen 76:60 (33:25)-Erfolg gegen den TSV Eicklingen einfuhren.

Es war der erste Erfolg überhaupt für Sykes Basketballer in dieser Bezirksoberliga-Saison und der kam in rekordverdächtigen 88 Minuten Brutto-Spielzeit zustande. Dass das Team auf Routinier Lehmann, den in den Spielen zuvor einzigen konstant guten Akteur, verzichten konnte, war ein gutes Zeichen. Denn der MSG stand diesmal angesichts von elf Akteuren eine wahre Luxusauswahl zur Verfügung – ebenfalls zum ersten Mal.

Lennart Bäuning, einer aus der eigenen Jugend, ist nach zwei Jahren studienbedingter Abwesenheit wieder zurück in Syke. Der 23-Jährige spielt nun neben seinem 18-jährigen Bruder Yannik, der gleichfalls ein Eigengewächs ist. Dennis Kruslin, im Sommer in die Bremer Neustadt gewechselt, will zukünftig auch wieder für die MSG-Herren spielen, wartet aber noch auf die nötige Lizenz. Er dürfte in einigen Wochen zum Team stoßen.

Gegen Eicklingen fiel derweil ein weit herumgekommener Routinier positiv auf. Christian Stubbemann, mit Fähigkeiten für die Bezirksoberliga ausgestattet, aber eigentlich nur noch gelegentlich in der Zweiten aktiv, konnte zwar aus zeitlichen Gründen nicht bis zur Schlusssirene dabei sein. Aber in den drei Vierteln zuvor überzeugte er vollends, warf unter anderem mit zehn Körben am Stück ein beruhigendes 59:43 heraus. Damit war die Partie nach 30 Minuten entschieden. „Mit Christian habe ich schon in Sulingen zusammengespielt, das macht richtig Spaß“, so Lehmann.
Die MSG hatte das Geschehen von Beginn an im Griff. Die Spieler aus Eicklingen waren körperlich überlegen, doch blieben ihre Offensivbemühungen überschaubar. „Wir haben gut gestanden und aus der Defensive Druck gemacht“, so Lehmann. Zwar traf auch die MSG nicht immer in den Korb, doch liefen Timo Sudmann, Marc Stehr und Co. viele Fastbreaks.

Überhaupt war das Geschehen zwar nicht hochklassig, aber abwechslungsreich. Zudem ließen die Referees viele Situationen beim intensiven, aber immer fairen Körpereinsatz durchgehen. Nicht nur Lehmann fand das wohltuend. Die Folge: kaum Unterbrechungen und eine erstaunlich kurze Bruttospielzeit. Die MSG geriet nur im dritten Abschnitt beim 47:36 in Bedrängnis. Doch das Team scheint sich inzwischen gefunden zu haben und verfügt über personelle Alternativen. Da kann der Trainer auch mal draußen bleiben.

TuS Syke: Coskun, Lehmkuhl, Baal, Lehmann, Cholid, Hawellek, Stubbemann, Lennart Bäuning, Yannik Bäuning, Stehr, Sudmann.

Syker Kurier, 18.11.2014 (Karsten Bödeker)