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2. Herren

TSV Bordenau – TuS Syke

What a wonderful world…
“I see trees so green, red roses too
I see them bloom for me and you.
And I think to myself what a wonderful world.“

Eine schwierige Saison sollte am Ostersamstag mit einem „versöhnlichen“ Ende im neustädter Stadtteil Bordenau atequat abgeschlossen werden. In den letzten Wochen wurden viele Spiele verloren – teils unnötig, teils verdient. Trotz einer regen Trainingsbeteiligung fand die Mannschaft nie einen richtigen Rhythmus in dieser, für sie, neuen Liga. Als sich zum Treffpunkt der Kader der Beers ausgedünnter präsentierte, als die Laufstege auf ProSieben, musste man leider bereits früh am Tag schlimmes befürchten. Sowohl der Trainer, der Topscorer, als auch diverse Schlüsselspieler und Spielerinnen (Björnyonce) konnten die Fahrt in den Süden des Rübenberges nicht mit antreten. Falls Happy-End Fanatiker aber nun den Text zum Ende „skippen“ wollen: don’t. Der Titeltext wurde nicht gänzlich aus der Luft gegriffen…

Der Spielbeginn verlief, sagen wir es mal vorsichtig, etwas holprig. In der weiträumigen Halle gelang es dem Gastgeber immer wieder den Ball gut zu rotieren und somit zu guten Würfen zu kommen. Die Gäste aus der Hachestadt spielten offensiv viel zu berechenbar und hatten dem Elan der Bordenauer nur wenig entgegenzusetzen. Folgerichtig verlor man die ersten zehn Minuten mit 18:24.

Wirklich nervös wurde jedoch niemand. Bordenau überzeugte in erster Linie von „draußen“ und über die gesamte Spielzeit erschien dieser Gameplan nur wenig vielversprechend. Die Beers namen sich nun einfach vor, defensiv weiterhin das Penetrieren zu limitieren und weite Würfe zu forcieren. Offensiv wollte man besser ins Laufen kommen und im Halbfeld die gewohnten Spielsysteme durchspielen. Gesagt, getan – schneller als das Brezelbacken war das Spiel gedreht. Bordenau schoss die Lichter aus und bei Syke liefen alle heiß – speziell das magische (lies: invalide) Rentnerdreieck Stubbemann/ Franke/ Kretschmer wusste im Angriff zu überzeugen. Defensiv drehte Centerspieler Hamelmann eine weitere Episode seines bundesweiten Zweiteilers „Block Party“, welcher zuletzt im Heimspiel gegen Luthe on-air ging. Herausragenden 33 Syker Punkten, standen lediglich 16 auf Seiten der Gastgeber gegenüber. Weltklasse – eine 11 Punkte Führung zur Halbzeit.

Der Pausentee wurde seitens der Gäste vollends, dem hohen Alter geschuldet, zur Regeneration genutzt. Leider brachte das anfangs des dritten Viertels nicht sonderlich viel und die sonst so zielsichere Offensive verlor (unerwartet) ihren Fokus – der Angriff der Bordenauer (erhofft) fand` ihn nicht. Das Spiel verlief nun wie ein Til Schweiger Film – es dümpelte ziellos vor sich hin. Ohne Perspektive, ohne Klasse – irgendwo verloren zwischen Komödie und Tragik. Nach zehn ausgeglichenen Spielminuten ging man mit einer 11-Punkte-Führung in den Schlussabschnitt.

Was war aber nun los? Holla, die Waldfee – es ging rund. Die Biere kamen bockstark aus der Pause und der nachgeölte Angriff lief auf sieben Zylindern gen Sonnenschein. Punkt um Punkt konnten sich die Gäste absetzen, während sich die Bordenauer nur mit letzter Kraft in eine Auszeit retten konnten. Wie Flatulenzen bei Gegenwind, drehte das Spiel nun aber gefährlich in Richtung der Syker. Die Gastgeber konnten immer wieder aus der „Transition“ heraus punkten, während die Beers statischer agierten, als ein 85-jähriger Kreisklassenschiedsrichter. Punkt um Punkt kamen die Bordenauer heran und das Spiel drohte zu kippen. Erblickte man die Gesichter der Syker Akteure dachte man schnell an die Warteschlange vor dem Dixie-Klo in Wacken – ein unmenschlicher Druck. Sieben Minuten vor Schluss kam die Gelegenheit für Bordenau die Punktedifferenz in den einstelligen Bereich zu hieven, als ein Wurfversuch der Gastgeber sein Ziel verfehlte. Der anschließende Rebound war hart umkämpft, jedoch konnte sich Riko „the Truth“ Cholid den Ball erboxen und den erfolgreichen Gegenangriff einleiten.

Der jüngere der Blues Brothers hatte sich nun aber keineswegs bereits ausgestempelt. Direkt im nächsten Angriff schnappte sich der Frischling das Leder, schrie „YOLO!“ und swagte blitzsauber per Euro-Step durch die gegnerischen Slalomstangen. Die Vorentscheidung. Während die Feldspieler der Beers die Konzentration weiterhin für die letzten Minuten oben hielten, gingen die Bankspieler den anderen Weg und drehten völlig durch. Die „gesunde“ Mitte war gefunden.

Am Ende stand ein, gerade in dieser Höhe, nicht unbedingt zu erwartender 94:72 Erfolg, welchen sich die gesamte Mannschaft aber aufopferungsvoll gegen einen starken Gegner verdiente und welcher schlussendlich auch die rote Laterne der Tabelle per DHL-Paket nach Luthe katapultierte.

Punkteverteilung: Stubbemann 40, Hamelmann 14, Cholid-R 14, Cholid-J 8, Lehmkuhl 7, Kretschmar 4, Franke 4, Becker 3.

Christian Stubbemann