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Ab sofort ohne Stojanovski

Das Basketball-Spiel der MSG Sulingen/Syke gegen UBC Hannover ist ausgefallen, weil dem Gegner nicht genügend Spieler zur Verfügung standen. Trotzdem gibt es von der MSG Neues zu berichten: Auf der Bank hätte nämlich nicht mehr Dejan Stojanovski gesessen. Die MSG und ihr Trainer haben die Zusammenarbeit überraschend kurzfristig beendet.

Dem Vernehmen nach soll der Schritt von Teilen der Mannschaft ausgegangen sein, unterschiedliche Auffassungen über die sportliche Zukunft scheinen der Grund zu sein, weshalb Dejan Stojanovski sich sofort vom Basketball-Bezirksoberligisten MSG Sulingen/Syke verabschiedet hat.

Kein Geheimnis war es in den vergangenen Wochen, dass der ehrgeizige und ambitioniert arbeitende Coach, der selber in der Regionalliga aktiv war, mit der Trainingsbeteiligung nicht zufrieden war. Dieser Umstand hatte sich auch auf die Leistung in den Spielen ausgewirkt, die MSG trat oft zu uninspiriert auf und blieb unter ihren Möglichkeiten. Das fand nicht nur Stojanovski, der die Frage der Ambitionen zur Grundsatzfrage erhob und das Thema diesbezüglich wiederholt ansprach. Die MSG hatte eine tolle Hinrunde gespielt, keine Frage, und das offizielle Ziel Klassenerhalt schon frühzeitig erreicht.

„Einigen reichte das offenbar, mir aber nicht, die Mannschaft hat mehr Potenzial, wenn sie professioneller arbeiten würde“, betont Stojanovski. Den Frust auf beiden Seiten verstärkten die jüngsten Niederlagen, es kam zum Bruch. „Die Verunsicherung in der Mannschaft war groß, einige wollten so nicht mehr weitermachen“, erklärte Mirko Kruslin vom Förderverein der Syker Basketballer, den Syke Bears. Stojanovskis Kompetenz erkennt auch er an: „Dejan hat mit seiner Erfahrung den Grundstein für den Klassenerhalt gelegt.“ Im Sommer hätten sich die Wege sowieso getrennt. „In der neuen Saison hätte ich wohl nicht weitergemacht“, so Stojanovski, der die Begründung gleich mitliefert: „Im Mittelfeld der Bezirksoberliga können die Syker auch ohne mich spielen.“

Fraglos bringt der TuS Syke immer wieder Talente hervor, muss allerdings auch immer wieder studienbedingte Abgänge verkraften. Vor dieser Saison gingen die trotz ihres jungen Alters langjährigen Stützen Sebastian Heuer, Maik Bengs und Bastian Bomhoff andere Wege. Seit Februar muss die MSG zudem ohne Janis Neufeld auskommen, und das machte sich nachhaltig bemerkbar.
In den finalen Saisonspielen wird Routinier Sven Lehmann gemeinsam mit Niklas Dettlof das Team coachen. Dettlof ist auch ein Beispiel für das Dilemma der Syker mit ihren jungen Akteuren. Der mit Talent für die Regionalliga gesegnete Spieler fiel wegen eines Kreuzbandrisses lange aus, war danach in Syke Leistungsträger, ehe es ihn vor zwei Jahren beruflich in die Niederlande verschlug. Derzeit ist er wieder für einige Monate in Syke und wird seinen Verein unterstützen, steht in der neuen Saison aber weder als Coach noch als Aktiver zur Verfügung, weil er Syke dann wieder verlässt. So wird Sven Lehmann als Spielertrainer in die neue Saison starten. „Das Team bleibt zusammen und wird durch einige 1996er-Jahrgänge aus dem U18-Kader aufgefüllt, die langsam an das Niveau der Bezirksoberliga herangeführt werden sollen“, erklärt Mirko Kruslin.

Syker Kurier, 18.03.2014 (Karsten Bödeker)