Kategorien
1. Herren

1. Herren Spielbericht: TuS Syke – TKW Nienburg

Die Lernphase geht weiter
„Wir befinden uns noch immer in einer Lernphase“, urteilte Christopher Hupe nach dem Spiel. Der Trainer des Basketball-Bezirksligisten TuS Syke hatte gerade eine 75:87 (51:67)-Heimniederlage seines Teams gegen den TKW Nienburg mitansehen müssen. Wie in allen Duellen der laufenden Saison konnte das junge Syker Team nicht über die gesamten 40 Minuten konstant gut spielen. Immerhin versöhnte die zweite Hälfte, die die Syker für sich entschieden. Eine wirkliche Wende war aber zu diesem Zeitpunkt kaum noch möglich. Denn wenn sich die Gastgeber – wie beispielsweise beim 56:70 – einmal in Sichtweite befanden, setzten sie nicht nach und wurden die entscheidenden Punkte nicht gemacht.

Syke brachte die Angriffe einfach nicht zu Ende, Kombinationen über drei oder mehr Stationen blieben über die gesamte Spielzeit Mangelware. „Uns fehlte der Mut gegen einen erfahrenen und körperlich überlegenen Gegner“, befand Hupe. „Dabei hätten wir eigentlich eine breite Brust zeigen müssen.“

Denn die Hausherren starteten furios, Sebastian Heuer, bester Werfer mit 29 Körben, markierte im Alleingang mit zwei Dreiern und einem Korbleger die 8:0-Führung. Doch dann führte Nienburg nach einem beeindruckenden Zwischenspurt plötzlich mit 17:8. Anschließend lief es für die Gäste wie gemalt: Während Syke kaum zum Korb ging, gelang den Nienburgern beinahe alles. Ob Korbleger, Distanzwürfe, Glückstreffer, Rebounds und vor allem durchdachte Spielzüge – der Gast war haushoch überlegen, versuchte sich sogar in No-Look-Pässen.

Kurios begann das dritte Viertel, denn drei Minuten lang fiel überhaupt kein Korb, ehe Heuer ein Zeichen für Syke setzte. Tatsächlich war der TuS in dieser Phase erfolgreicher und fast im Spiel angekommen, doch beim 45:61 vergaben die Syker einige Angriffe äußerst leichtfertig. Immerhin agierten sie unter dem eigenen Korb nun ebenbürtig und ließen Nienburg nicht mehr kampflos treffen. Doch vermeintliche Vorteile nach schnellen Ballgewinnen wurden durch unnütze Einzelaktionen wieder zunichte gemacht. „Wir müssen da als Team funktionieren“, monierte Hupe. Statt 49:61 oder gar 51:61 stand es kurz danach 45:67.

Mit 16 Punkten Rückstand ging es in den Schlussabschnitt, doch für einen erfolgreichen Endspurt sind die Syker einfach noch nicht erfahren genug. Vier Minuten vor der Schlusssirene beim 60:79 war alles entschieden. „Mir ging es in der zweiten Hälfte gar nicht mehr ums Ergebnis. Wir wollten nach der Pause mit Herz spielen und Moral zeigen. Das ist uns gelungen“, hielt Hupe doch noch ein Lob parat.

Er erkannte, dass für die Syker, die sich zum x-ten Mal in der jüngeren Vergangenheit neu finden müssen, alte Haudegen wie die Nienburger doch noch eine Nummer zu groß seien.

Syker Kurier, 21.01.2013 (Karsten Bödeker)