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Frischzellenkur unter dem Korb

Der Abstieg der Basketballer des TuS Syke in die Bezirksliga hat auch sein Gutes: In dieser Spielklasse kann die Mannschaft die studienbedingten Abgänge einiger Stammkräfte besser auffangen. Die Syker haben ohnehin ein ganz junges Team und werden auch aktuell wieder einige zusätzliche Juniorenspieler einbauen und behutsam an den Herrenbereich heranführen müssen.

Jüngster im Team des neuen Trainers Christopher Hupe wird Dennis Kruslin sein. Zu Beginn der neuen Saison Ende August zählt er gerade einmal 16 Lenze, hat aber schon einiges im Basketball erlebt. Wegen seiner Leistungsstärke war er vor zwei Jahren zum Oldenburger Turnerbund gegangen, mit dem er vor zwölf Monaten Norddeutscher Meister wurde. Im vergangenen Frühjahr wurde er dafür auf großer Bühne gemeinsam mit seinen Kameraden als Oldenburgs Mannschaft des Jahres ausgezeichnet.

Da die Schule jedoch Priorität genießt, kehrte der Teenager nun nach Syke zurück. Seine ehemaligen und jetzt wieder aktuellen Kameraden der Bears hatten übrigens die ganze Zeit Kontakt gehalten und Kruslins Erfolge sogar auf ihrer Homepage erwähnt. Gemeinsam mit seinem bei den TuS-Basketballern sehr engagierten Vater Mirko gab es jüngst noch Überlegungen, dass er in Bremen beim TSV Lesum oder BTS Neustadt in der U18 spielen könnte. Doch die Entscheidung fiel für Syke, da sich ansonsten Fahrt- und Trainingszeiten mit der Schule überschnitten hätten. Zudem war der neue Herren-Coach Christopher Hupe auf das Talent aufmerksam geworden und wollte ihn unbedingt in seinen Kader aufnehmen. „Hier werde ich optimal gefördert, aber auch gefordert. Es ist aufregend, schon mit 16 Jahren im Herrenbereich zu spielen“, freut sich Kruslin, dem der Coach den Einsatz bei den Großen zutraut. „Er kann den nächsten Schritt wagen“, so Hupe, der selbst in der Regionalliga spielte.

Dennis Kruslin hat den Traum vom höherklassigen Basketball noch nicht aufgegeben. Evangelos Kyritsis, sein damaliger Trainer in Oldenburg, gab ihm den Rat, nicht ungeduldig zu werden. „Außerdem ist meine körperliche Entwicklung noch nicht abgeschlossen.“ So wird er auch wieder bei den Tryouts, einer Sichtung für die Basketball-Akademie Weser-Ems, sein Glück versuchen. „Natürlich wäre es mein Traum, beim Nachwuchs der EWE Baskets Oldenburg zu spielen“, verrät Kruslin. Die Erlebnisse beim kleinen Nachbarn, dem Oldenburger TB, haben jedenfalls Appetit auf mehr gemacht. Erster Schritt war der Gewinn der Niedersachsenmeisterschaft mit einem 71:57-Erfolg gegen den ASC Göttingen. Dennis Kruslin hatte für seine gute Leistung gar ein Sonderlob des Coaches eingeheimst. Bei den Norddeutschen Meisterschaften setzte sich sein Team dann sogar gegen Teams aus Hamburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern durch – es war der Höhepunkt seiner bislang zehnjährigen Basketballkarriere.

Jetzt steht aber zunächst die Herausforderung Bezirksliga bei den Syker Herren an. „Ich will angreifen. Aber ich weiß, dass es sehr schwer im ersten Jahr im Seniorenbereich sein wird“, so Kruslin, der vor allem vom intensiven Training und der Förderung profitieren will. Regelmäßig spielen wird er dagegen in der U18 der Bears, insgesamt soll er auf vier Trainingseinheiten pro Woche kommen. Spaß und Ehrgeiz an der Korbjagd sind da sicherlich hilfreich.

Dass Dennis Kruslin einst mit dem Basketball begonnen hat, lag vor allem an seinen Eltern: „Wir haben ihn ermutigt, das Spiel mit dem roten Leder auszuprobieren“, erinnert sich Vater Mirko lachend. Der hatte übrigens selbst 15 Jahre lang den Ball im Ring versenkt, gecoacht und zeitversetzt auch als Schiedsrichter fungiert. Allein deshalb übernimmt er auch gern den Taxi-Dienst für den Sohnemann, zumal es aus dem Wohnort Weyhe ja erst einmal nicht nach Oldenburg, sondern „nur“ nach Syke geht.

Syker Kurier, 23.07.2012 (Karsten Bödeker)