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Schwarzer Sonntag unterm Brett

Basketball-Teams des TuS Syke kassieren jeweils deutliche Niederlagen
Irgendwann sind Personalausfälle nicht mehr zu kompensieren. Das merkte jetzt auch der Basketball-Bezirksoberligist TuS Syke. Gegen den SC Langenhagen gab es eine klare und auch in der Höhe verdiente 43:74 (22:38)-Niederlage.

Entscheidend war das zweite Viertel, das die Syker nach einem guten ersten Abschnitt mit sage und schreibe 4:23 abgaben. „Irgendwann muss ich wechseln – und dann ist der Spielfluss verloren gegangen“, erläuterte Trainer Paul Bärwald, der bis ins vierte Viertel hinein seine Mannen, von denen die meisten noch Junioren sind, motivierte. Doch die Spieler waren sichtbar ausgepumpt und ernüchtert angesichts der Überlegenheit des Gegners. Die Langenhagener waren körperlich überlegen und damit auch unter den Körben präsenter. Während der TuS oft die Spielzüge nicht zu Ende brachte und viel zu früh und ungenau abschloss, hatten die Gäste unterm Syker Brett eine nicht nur gefühlte Übermacht. Bezeichnend war der erste Punkt im zweiten Viertel: Drei Mal verfehlte Langenhagen in einem Angriff den Rebound und kam sogar noch ein viertes Mal an den Ball, der dann doch im Korb landete. „So dürfen wir nicht verteidigen“, haderte Bärwald mit dem Abwehrverhalten seiner Mannschaft. Dabei hatte sein Team die Anfangsphase hervorragend gemeistert und war mit 11:5 in Führung gegangen. Nach den ersten zehn Minuten hatte es immerhin noch drei Punkte Vorsprung (18:15). Was sich dann abspielte, ließ die knapp 50 Besucher in der BBS-Arena vor Schreck und Staunen verstummen. Nur vier Punkte schafften die Syker in den zweiten zehn Minuten, der Gegner machte derweil 23 Zähler. „Wenn wir schon nicht durchkommen, müssen wir wenigstens aus der Distanz treffen“, fand Bärwald einen weiteren Grund für den Rückstand.

Inzwischen hatte sich Lennart Bäuning auch noch eine Blessur eingehandelt – nach den langzeitverletzten Patrick Weseloh, Sebastian Heuer und Markus Finke fehlte damit ein weiterer Stammspieler. Dabei dürfen vier der zwölf eingesetzten Syker eigentlich noch in der U18 spielen. Mit Frederic Coskun, Dario Klostermann und Jan Cholid waren sogar drei Akteure erstmalig dabei und mussten auf Anhieb enorme Spielzeiten absolvieren. Letzterer war darüber hinaus im Vorfeld bereits für die Zweitvertretung des TuS zum Einsatz gekommen. „Die Drei haben ihre Aufgaben voll erfüllt“, erklärte Spartenleiter Stefan Körner, der hofft, dass die Syker in den verbleibenden drei Spielen ein Mal mehr gewinnen als der ebenfalls im Tabellenkeller krebsende VfL Hameln II. „Der Klassenerhalt ist unser Ziel. Dafür müssen wir aber das Mannschaftsspiel verbessern.“ Gemeint hatte er damit Szenen wie diese: Unter dem eigenen Korb holte der TuS kaum Rebounds oder verlor den erkämpften Ball bereits im Aufbau an der Mittellinie. Bezeichnend auch zwei weitere Situationen, in denen sich Jan Cholid couragiert durchtankte, beim Abspiel in die Mitte aber nur drei Langenhagener fand. Oder Jacques Salame, der im Hechtsprung den Ball ergatterte, ihn aber prompt wegen eines Schrittfehlers wieder abgeben musste.

Der Wille war den Sykern nicht abzusprechen, vor allem im dritten Viertel machten sie den desaströsen Eindruck wett. Zwischenzeitlich gab es sogar einen 9:2-Lauf, doch Langenhagen konterte eiskalt und führte komfortabel mit 54:37. Am Ende fehlten dem TuS Kraft und Moral, der SCL setzte sich souverän durch.

TuS Syke: Cholid (3), Dräger (6), Winzia, Neufeld (8), Bengs (2), Bäuning (2), Coskun (2), Salame (3), Bomhoff (8), Müller (2), Klostermann (7), Voyce.


Den schwarzen Sonntag für die Syker Korbjäger machte die zweite Mannschaft komplett. Gegen den TuS Sulingen gab es eine 51:106 (33:52)-Heimpleite. Damit steckt der Aufsteiger weiter tief im Abstiegskampf der Bezirksliga. Grämen brauchte sich das Team aber nicht, der TuS Sulingen war in Bestbesetzung angetreten und hatte mit Marten Kalus, Roman Augsburger und Alexander Walter drei Akteure in seinen Reihen, die in der vergangenen Saison noch als Gastspieler der Syker Ersten eine Liga höher zum Stamm gehörten. Das Trio machte allein 65 Punkte.

TuS Syke II: Speckmann, Böwe (7), Cholid (13), Franke (13), Hamelmann (4), Hespe (2), Kretschmar (6), Sander (6)

Syker Kurier, 20.03.2012 (Karsten Bödeker)


Nur 43 Punkte für Sykes Basketballer
Bezirksoberligist kassiert Klatsche gegen Langenhagen / Bärwald reagiert gnädig

Befreiungsschlag deutlich verpasst: Mit 43:74 (22:38) zog Basketball-Bezirksoberligist TuS Syke gegen den Tabellenfünften SC Langenhagen den Kürzeren und bleibt auf dem vorletzten Rang in höchster Abstiegsgefahr kleben.
Trotz der deutlichen Schlappe kramte TuS-Coach Paul Bärwald aber nicht die verbale Keule hervor: „Aufgrund unserer Personalprobleme war nicht mehr zu erwarten. Nur schade, dass wir nach einem guten Start nichts mehr entgegenzusetzen hatten.“ Der Beginn konnte sich aus Sicht der Hausherren in der Tat sehen lassen. Flüssige Kombinationen führten zu einem frühen Sechs-[Körbe]-Vorsprung (11:5) und auch nach Ende des ersten Viertels lag Syke immerhin noch mit 18:15 in Front.
„Doch dann setzten in unserer Defense leider komplette Auflösungserscheinungen ein“, seufzte Bärwald. Die Folge: Die allenfalls durchschnittlich agierenden Gäste nutzten den TuS-Blackout gnadenlos aus und zogen bis zur Halbzeit vorentscheidend auf 38:22 davon. Damit war die Messe für Syke frühzeitig gelesen, so dass es in der Folgezeit lediglich nur noch um Schadensbegrenzung ging. Selbst diese gelang beim Endstand von 43:74 zwar nur bedingt, doch Bärwald blickte trotzdem halbwegs optimistisch in die Zukunft: „Die Ferienpause kommt uns gelegen. Jetzt können wir Automatismen erarbeiten, um zum Schluss über dem Strich zu stehen.“ (…)

Kreiszeitung, 22.03.2012