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1. Herren Spielbericht: RV Hoya – TuS Syke

Nur Neufeld wehrt sich in Sykes Team: Denny Cajkas „Dreier“ leiten Demontage ein | Auch wenn es die Basketball-Tiefstapler des RV Hoya nicht gerne hören werden: Mittlerweile liegt das Team von Trainer Christian Blome in der Bezirksoberliga klar auf Meisterschaftskurs. Mit 83:47 (38:23) deklassierten die Grafenstädter den Tabellenletzten TuS Syke und feierten bereits den fünften Sieg in Serie.

Trotz des nie gefährdeten Erfolges fand Blome jedoch ein Haar in der Suppe: „Zeitweise hätte ich mir noch mehr Ruhe gewünscht. Gerade bei so hohen Führungen hätten wir noch souveräner agieren können.“ Allerdings nicht viel. Bereits nach wenigen Minuten rissen die Hausherren das Spielgeschehen an sich und lagen nicht zuletzt dank drei „Dreiern“ von Denny Cajka schon nach dem ersten Viertel komfortabel mit 24:14 in Front. Ähnlich einseitig ging es dann auch weiter. Insbesondere Hoyas Center-Trio Marius Lüschen/Stephan Oestmann/David Feldmannavancierte zum TuS-Schreckgespenst und warf zur Halbzeit einen satten 38:23-Vorsprung heraus.

Syker Gegenwehr war bis dato nicht vorhanden, woran sich auch im weiteren Spielverlauf nichts ändern sollte. Einzig Janis Neufeld hielt mit 19 Punkten ordentlich dagegen, bekam von seinen Teamkollegen allerdings keinerlei Unterstützung. Hoya hingegen steigerte sich in einen wahren Spielrausch hinein. Angetrieben vom Überragenden Aufbauspieler Eugen Judt schraubte Hoya die Führung kontinuierlich in die Höhe und feierte am Ende einen überdeutlichen 83:47-Gesamtsieg.

Während sich RVH-Coach Blome mit der Leistung seiner Mannschaft „weitestgehend zufrieden“ zeigte, kam für Sykes Trainer Paul Bärwald die TuS-Vorstellung einer Bankrott-Erklärung gleich: „Das war völlig inakzeptabel. Taktisch ist nichts umgesetzt worden. Wir arbeiten nicht als Team zusammen und sind deshalb mit Recht Letzter.“

Kreiszeitung, 07.02.2012


Kopf runter, Mund auf – Sykes Korbjägern fehlt das Wesentliche
Irgendjemand schien ein Einsehen mit den Bezirksoberliga-Basketballern des TuS Syke gehabt zu haben. Denn auf der Internetseite des Verbandes war selbst gestern weder die Spielansetzung und schon gar nicht die 47:83 (23:38)-Niederlage der Syker beim RV Hoya verzeichnet. Das mag daran gelegen haben, dass das Spiel vorverlegt worden war, doch an der deftigen Pleite änderte sich natürlich nichts. „Ja, wir haben gespielt“, bestätigte TuS-Trainer Paul Bärwald und fügte hinzu: „Oder besser gesagt: zugeschaut, wie Hoya gespielt hat.“

Die Syker Höhenflieger der vergangenen Jahre stecken in einer Krise, in einer ausgemachten sogar, die auch ein bisschen hausgemacht ist. Denn nach Hoyas drei frühen Dreipunktewürfen gingen die Köpfe des jungen TuS-Teams runter, der Mund der Spieler dafür umso mehr auf. „Wir haben nur noch genölt und gemeckert, alle schienen Schuld zu haben, nur nicht man selbst“, bemerkte Bärwald enttäuscht. „Wir setzen auf dem Feld derzeit nicht den freundschaftlichen Umgang und Zusammenhalt um, den wir außerhalb haben und der über Jahre unsere Stärke war.“

Das Training hat der Coach zuletzt bewusst etwas umgestellt. „Wir trainieren nur noch zwei statt drei Mal.“ Der Grund ist einfach: „Viele Spieler seien verletzt, angeschlagen oder krank, „und dann ist zwei Mal ordentlich besser als drei Mal halbherzig“. In Hoya fehlten beispielsweise Patrick Weseloh, Jacques Salame, Lennart Bäuning, Christian Müller und Maik Bengs. In Kombination mit dem lethargischen Auftreten der meisten Akteure blieb fast der gesamte Aufbau an Janis Neufeld hängen. Der zähe Topscorer warf im ersten Viertel neun der 14 Syker Körbe, kam am Ende auf 19 Punkte. „Aber wir können nicht vier Viertel auf nur einen Spieler setzen, irgendwann war auch Janis platt“, haderte Bärwald.

Und so fügte sich der TuS schnell in sein Schicksal – und hält nach der zweiten Klatsche die Rote Laterne fest in der Hand. „Ich werde an die Ehre und den Zusammenhalt appellieren, damit wir wieder Spaß am Basketball haben“, so Bärwald, dem klar ist, dass eine Serie her muss, damit die Syker nach vier tollen Spielzeiten mit zwei Aufstiegen nicht wieder absteigen. Gelegenheit zur Revanche bietet sich schon am Sonntag ab 14 Uhr in der BBS-Arena.

Syker Kurier, 09.02.2012