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2. Herren

2. Herren Spielbericht: TuS Syke – SG Rusbend

Beers dominieren Rusbend | War das die Wende? Haben diese chaotischen Wochen letztendlich doch noch ein Ende gefunden? Konnten sich die Beers aus dem Meer von völlig subtilen Tagesmeldungen endlich loseisen? Wirkliche Antworten habe ich an dieser Stelle sicherlich nicht. Was an dieser Stelle jedoch zweifelsfrei gesagt werden kann, ist die Tatsache, das der Aufstiegsanwärter der TS aus Rusbend am Ende sicher mit 82:70 geschlagen werden konnte und die Beers somit langsam wieder Anschluss an das Tabellenmittelfeld bekommen haben. Fangen wir aber von vorne an.

In den letzten Wochen und Monaten hatten die Beers weniger zu lachen, als das Zinsertragskonto der BW Bank und spielerisch gab es mehr einzustecken als Axel „the human Boxsack“ Schulz zu seinen besten Zeiten. Es gelang rein gar nichts. Vermeintlich „leichte“ Spiele wie gegen die Körbjäger aus Hannover oder auch gegen andere potentielle Abstiegskandidaten wurden emotionslos verloren und zum wöchentlichen Training erschienen weniger Spieler, als Wähler der FDP zu den hiesigen Landtagswahlen. Es war das pure Chaos. Gemessen an dieser Zeit erscheint uns die derzeitige Lage um Bundespräsident Christian Wulff eher wie ein besserer Urlaub, all-inklusive. Gemeinsamkeiten zeigten sich nicht einmal bei der Kontrolle der Medien. Während der Bundespräsi bereits beim Springer Verlag auf taube Ohren stieß, zeigten sich die Beers keineswegs derartig dilettantisch. Es gelang in dieser Zeit kein Spielbericht den Weg an die Öffentlichkeit, selbst Stellungnahmen des Gegners wurden sukzessiv unterbunden. Es ist einfach ein Unterschied, wenn Christian Wulff zum Höhrer greift oder das Duo um Spielertrainer Marc-Alexander Böwe und Flügelspieler Christian Stubbemann zur Telefonkonferenz bitten. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu müssen: es wurde hässlich. Die Herren Diekmann und Co. wurden kleiner gehalten als Kugelblitz Björn Hansemann und stärker reglementiert als Staatsbeerdigungen in Nordkorea, auch wenn die Show in der östlichen Welt zweifelsfrei dramaturgischer inszeniert war. Aber das ist dann irgendwo auch eine Kostenfrage…

Kommen wir aber zum Spiel. Während der Gast aus dem „Grilli-Willi“-Stadtteil Rusbend mit lediglich zwei Niederlagen noch klaren Kontakt zur Tabellenspitze aufwies, näherten sich die Syker zuletzt stark den Abstiegsrängen. Die Rollen in diesem Spiel waren somit klar verteilt, gerade weil die Beers auch vor wenigen Wochen eine herbe Schlappe in Rusbend erleiden mussten.

Bereits im Vorfeld konnte sich Spielertrainer Böwe einen schlagfertigen Kader zurechtlegen. Während die Youngstars um Jan Cholid und Thorben Hamelmann endlich ihre Verletzungspausen hinter sich brachten, konnten zudem ebenfalls die auswärtigen Akteure um Björnyoncè Hansemann und Claas Sander sich spielbereit melden. Mit Bastian „Duracell-Häschen“ Bomhoff verstärkte uns zudem ein Leistungsträger aus unserer ersten Herren, welcher immer auf seine Minuten „brennt“. Insgesamt hatten die Beers somit satte zwölf „Flaschen“ auf dem Spielberichtsbogen, während die Gäste mit lediglich acht Akteuren die lange Reise in das wunderschöne Syke antraten.

Während die Syker ihrerseits mit einer soliden 3-2-Zone anfingen, schickte der Gast die bekannte 2-1-2-Altherrenzone auf das Parkett. Diese Tatsache wurde bereits beim letzten Training seitens des Trainers angesprochen und folgerichtig gelang es den Sykern immer wieder zu Punkten zu kommen. Taktisch war das relativ leicht zu erklären. Während der jeweilige Aufbauspieler der Syker immer wieder die vorderen Flügelspieler der Gäste unter Druck setzte, kam wenig später der schnell Kick-out-Pass auf dem Flügel, welcher seinerseits immer wieder seitlich in die Zone penetrierte und zum Abschluss kam. Defensiv gab es auch nicht viel zu meckern. Einfache Punkte wurden Minute um Minute verhindert und zudem kontrollierte man endlich die Bretter. Einzig und allein gestatte man den Gästen zu viele offene Dreier, wodurch sich diese immer wieder im Spiel hielten. Dennoch lies sich eine beruhigende 23:14 Führung der Beers nicht verhindern.

Die Viertelpause schadete den Beers leider deutlich. Offensiv wurde der Ball zwar weiterhin bewegt, jedoch attackierte man die Zone gar nicht mehr, sondern beschränkte sich zu sehr auf das einfache Passen des Balles. Der Gast aus Rusbend hatte seinerseits keine Probleme diese „Bemühungen“ im Angriff zu stoppen und sowohl Ballgewinne, als auch schlechte Wurfentscheidungen der Syker in schnelle Punkte umzumünzen. Der zuletzt solide Vorsprung der Gastgeber schmolz Punkt um Punkt und somit stand es zur Halbzeit nur noch 36:32 zu Gunsten der Beers.

Turbulent startete das dritte Viertel. Offensiv gelang beiden Teams anfangs nicht viel, jedoch packte man auf beiden Seiten in der Verteidigung ordentlich zu und konnte durch diese Ballgewinne schnell wieder zu einem eigenen Rhythmus finden. Punkt um Punkt wurde das Scoreboard in die Höhe getrieben, jedoch schafften es die Gäste aus Rusbend in dieser Phase nie auch nur einmalig die Führung zu übernehmen. Die Beers konnten sich jedoch auch weiterhin nicht mehr deutlich absetzen und somit ging man mit einem 57:52 in den letzten Spielabschnitt.

Somit sollten die letzten zehn Minuten die Entscheidungen bringen.

Syke begann diese hellwach. In der Verteidigung wurde jede schlechte Entscheidung des Gegners sofort bestraft und die resultierenden Ballgewinne wurde am anderen Ende des Feldes immer wieder in Punkte umgemünzt. Während die Gäste somit die ersten vier Spielminuten im letzten Abschnitt ohne Punkterfolg blieben, surften die Beers auf einer 9-zu-0-Welle gen Sonnenaufgang. Beim Stand von 66:52 roch es verdächtig nach einer kleinen Vorentscheidung. Die Rusbender ihrerseits ließen zwar in dieser Phase nie die Köpfe hängen, doch kamen sie nur noch durch verzweifelte Würfe von „Downtown“ zu ihren Punkten, während sie jedoch die in dieser Phase bärenstarken Beers nie wirklich stoppen konnten. Der Sieg war somit „eingetütet“ und lediglich zwei weitere Dreier der Gäste bedeuteten eine kleine Ergebniskosmetik. Beim Endstand von 82:70 konnten jedoch nur die Gastgeber jubeln.

Schlussendlich tut dieser Sieg unheimlich gut. Die letzten Wochen waren alles andere als erfreulich und ein Erfolg gegen eine vermeintliche Spitzenmannschaft lässt das Team um Marc-Alexaner Böwe positiv an die kommenden Aufgaben herangehen. Die Mannschaft muss nun weiter im Training an sich arbeiten und die kommenden Spiele ebenso engagiert absolvieren. In dieser Liga sind die Spielausgänge immer eine Spiegelung des eigenen Aufwandes und wer sich in eine Partie reinkämpft, der wird auch die Früchte seiner Arbeit ernten. Let`s go Beers.

Punkte: Stubbemann 44 (4 Dreier, 0/2 Freiwürfe), Franke 10 (0/3), Hamelmann 8, Bomhoff 6, Sander 4, Cholid 4 (1, 1/2), Hansemann 2, Kretschmar 2, Böwe 2, Speckmann, Hespe und Döpkens.

(Christian)