Kategorien
2. Herren

2. Herren Spielbericht: SV Ahlem – TuS Syke

2. Herren: Hangover in Hannover
Was in Hannover passiert, bleibt in Hannover. Schön wäre es. Leider können die „Beers“ über die gezeigte Leistung am vergangenen Wochenende nicht den Mantel des Schweigens legen und müssen sich somit die zweite Niederlage in Folge, beim gastgebenden SV Ahlem, eingestehen. In einer Partie, die offensiv talentfreier verlief, als jede beliebige Castingshow-Vorrunde, unterlagen die Gäste aus der Hachestadt letztendlich verdient mit 57:63.

Bereits im Vorfeld der Begegnung musste Spielertrainer Marc-Alexander Böwe sowohl auf die Flügelspieler Jimmy Shtanaj und Marc Speckmann verzichten, als auch berufsbedingt den „Traktor“ Oliver Bobrink in der Scheune lassen. Somit ging es mit lediglich neun einsatzfähigen Akteuren in Richtung Hannover, Stadtteil Ahlem. Kommen wir nun aber direkt zum Spiel.

Bereits wenige Minuten nach Ausführung des Sprungballs wusste auch die letzte Person in der Halle, das dieses Spiel in erster Linie über den Kampf entschieden wird und spielerische Ansätze mehr Fehl am Platz waren, als griechische Volksproteste gegen die deutschen Rettungsmaßnahmen, wenn auch nicht ganz so geschmacklos. Während das Spiel defensiv beidseitig auf einem sehr hohen Niveau geführt wurde, verlief die Offensive der beiden Bezirksligisten, gelinde gesagt, „schleppend“.

Feierten die Gäste aus der Hachestadt bereits das alleinige Treffen der Korbanlage mit gegenseitigen „high fives“, lagen sich die Spieler aus Hannover bereits nach einzelnen Passstafetten in den Armen. Die Schiedsrichter und das Kampfgericht waren alles andere als zu beneiden – während es den Zuschauern immerhin noch offen lag einfach die Halle zu verlassen, waren die Erstgenannten dazu verdammt bis zum bitteren Ende zu bleiben. Als dann auch noch die letzten Versuche der Anschreiber die Uhr durchlaufen zu lassen, mit einem „eyyy, die Uhr“ seitens der Spieler quittiert wurde, schwang das Mitgefühl der Zuschauer nahezu in eine Volkstrauer um. Schlussendlich ging es mit einem unschönen, wenn auch sehr spannenden, Ergebnis von 34:32 zu Gunsten der Gastgeber in die Halbzeitpause.

Spielertrainer Marc-Alexaner Böwe nutzte die kurze Pause nochmals, um seinen Spielern die offensive Marschroute vorzugeben und war sichtlich bemüht, mehr Struktur in den Syker Angriff zu bringen, konnte er doch mit der Verteidigungsleistung weitestgehend zufrieden sein. Leider verlief das dritte Viertel, analog zu den ersten beiden Spielabschnitten, ähnlich schleppend und kein Team vermochte es richtig sich abzusetzen. Offensiv trafen die Syker weiterhin Entscheidungen, die fragwürdiger waren, als alkoholfreies Bier auf dem Oktoberfest. Ein Glück, das auch die Gastgeber ihrerseits diese Syker Schwäche (noch) nicht auszunutzen vermochten. Mit einem kurzen Zwischenspurt zum Viertelende konnten jedoch die Beers kurzzeitig ihre Klasse aufblitzen lassen und gingen mit einer hauchdünnen 50:46 Führung in den Schlussabschnitt.

Das vierte Viertel sollte nun diesen kleinen Aufwärtstrend der Syker fortführen. Was jedoch kam, war das genaue Gegenteil: während die Hannoveraner nun souveräner punkteten, als Silvio Berlusconi in einer U20-Discothek, vermochten es die Gäste nicht annähernd diese offensiven Qualitäten zu erwidern. Defensiv stand man nun merklich schlechter und man verlor somit immer mehr den Anschluss an die, in dieser Phase, starken Ahlemer. Mit einem 15-2 Zwischenspurt setzten sich die Gastgeber vorentscheidend ab. Die Syker versuchten nun ihrerseits mit gezielten frühzeitigen Fouls, die wurfschwachen Gegner an die Freiwurflinie zu schicken, konnten jedoch auch aus diesen Möglichkeiten kein Kapital mehr schlagen. Schlussendlich verloren die Beers verdient mit 63:57 bei den abgezockteren Hannoveranern.

Wie geht es nun weiter? Wie in den letzten Jahren verlief der Syker Saisonstart durchwachsen bis miserabel und somit stehen die Beers bei dem kommenden Heimspiel, gegen den TK aus Hannover, bereits früh unter Zugzwang. Auch wenn dieser Bericht stark sarkastisch formuliert wurde, war die kürzliche Niederlage jedoch auch keineswegs ein Beinbruch. Defensiv stimmte die Einstellung und der Einsatz. Jeder kämpfte für den anderen und jeder wollte die Punkte mit nach Haus nehmen. Leider hat dies die offensive Leistung nicht möglich gemacht. Hier gilt es nun anzusetzen. Fehler müssen vermieden werden, Wurfentscheidungen optimiert. Kommt diese „Struktur“ in den Angriff der Syker, ist man gegen keinen Verein der Liga chancenlos. Auch nicht gegen den TKH.

Punkteverteilung: Stubbemann 26 (4 Dreier, 6/8 Freiwürfe), Cholid 10 (2, 2/4), Pflug 6, Hamelmann 6, Sander 5 (1), Döpkens 3 (3/4), Franke 1 (1/2), Böwe, Hespe

(Christian)