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1. Herren Spielbericht: TuS Syke – TSV Barsinghausen

-1. Herren- Dramatisches Duell ohne Happy End
[…] Als sich der Ball senkte und mittig durch den Metallring fiel, verstummte der Lärm schlagartig. Unerbittlich war es auf der Digitalanzeige in der Syker BBS-Arena zu sehen: 67:69 und noch zwei Sekunden Restspielzeit. Aus, Schluss, vorbei, die zuvor noch kräftig klatschenden Fans des Basketball-Bezirksoberligisten TuS Syke wussten es: Ihr Team hatte ein denkwürdiges Match gegen den TSV Barsinghausen verloren. Lächerliche zwei Punkte waren es, die nach zweieinhalb Stunden Bruttospielzeit inklusive einer fünfminütigen Verlängerung fehlten. 30:24 hatte Syke zur Pause geführt, 61:61 hieß es nach vier Vierteln und am Ende eben 67:69. So richtig bewusst war es aber keinem Akteur, mit welcher Dramatik sie soeben die knapp 40 Fans beglückt hatten.

Die Syker schienen schon verloren zu haben, als sie 78 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit einen Wurf abwehrten. Doch der Ball war schon in der Abwärtsbewegung, und die Basketballregeln verbieten in einem solchen Moment eine Abwehr und sprechen dem Werfer automatisch zwei Punkte zu, selbst wenn der Ball sein Ziel verfehlt. 55:60 lag Syke nun in Rückstand, kämpfte sich aber wieder heran und bekam elf Sekunden vor der Schlusssirene zwei Freiwürfe zugesprochen. Jacques Salame, der noch A-Junioren spielen darf, versenkte beide Bälle im Korb – es stand 61:61. Doch nur acht Sekunden später riss er sich verzweifelt das Trikot hoch, denn er hatte gerade ein dummes Foul begangen. Allerdings war der Barsinghauser Werfer so nervös, dass er zwei Mal verfehlte. Syke bekam nun die unerwartete Chance einer Verlängerung, in der zunächst zweieinhalb Minuten gar nichts passierte. Die Aktiven hüben wie drüben schienen sich ihre Energie für die atemberaubende zweite Schlussphase aufzubewahren, als hätten sie die Nerven der Zuschauer nicht bereits genug strapaziert zu diesem Zeitpunkt.

Spiel-Statistik

Punkt für Punkt ging es nun hin und her, Syke vergab 29 Sekunden vor Schluss beim 67:66 übereilt einen Angriff in Überzahl. Barsinghausen traf sieben Sekunden vor Ultimo per Freiwurf und glich aus. Doch Syke leistete sich wieder ein überflüssiges Foul. Der TSV nutzte das aus und gewann. Es war wirklich ein hochspannendes, dramatisches Match, das von zwei jungen Mannschaften geprägt wurde, die eben noch nicht so abgezockt sind und sich etliche Fehlwürfe erlaubten.

Irgendwie schien auch das kurzfristig eingesprungene Schiedsrichter-Gespann aus Hannover dieses Basketball-Duell in Reinkultur mitgestalten zu wollen. Es pfiff sich etliche Male in den Mittelpunkt – grundsätzlich ein schlechtes Zeichen. Zentimetergenau wurde geguckt, ob eine Fußspitze verbotenerweise im Aus war, bei Freiwürfen wurde mit Adleraugen geschaut, wo sich die Füße der Spieler befanden. Übertrieben war aber die dreimalige Belehrung der Zeitnehmer, die Uhr rechtzeitig zu starten: „Wenn ich den Arm bewegt habe, muss die Uhr binnen anderthalb Sekunden laufen, ich schaue da genau hin“, raunte der Haupt-Referee dem Protokolltisch zu.

„Wir müssen uns auf so etwas einstellen“, kommentierte Sykes Coach Paul Bärwald die extrem pingelige Linie der Schiris eher lapidar. Stattdessen suchte er die Ursache der Niederlage in den eigenen Reihen: „Wir haben verloren, weil wir nicht abgezockt genug waren. Unsere Offensivprobleme sind deutlich geworden, da müssen wir dran arbeiten“, erklärte Bärwald. Tatsächlich vergaben die Syker unglaublich viele Freiwürfe und trafen aus dem Spiel heraus etliche Male den Korbrand. Hinzu kam, dass in der Schlussphase mit Sebastian Heuer, Patrick Weseloh und Janis Neufeld drei der ersten Fünf wegen ihres fünften Fouls draußen sitzen mussten. Besonders Neufeld war während der Partie schon an der eigenen Grundlinie in Einzeldeckung genommen worden.

Die erste Spielhälfte hatten die Syker bestimmt, Mitte des dritten Viertels sogar mit 36:30 und 47:41 geführt. Bärenstark und Barsinghausen Rettung war in dieser Phase ihr Center, der von Frisur und Statur her starke Ähnlichkeit mit dem Syke Center Patrick Weseloh aufwies. „Uns fehlte einfach die Erfahrung“, lauteten Bärwalds nachvollziehbare Schlussworte. […]

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Syker Kurier Seite: 7 Datum: 12.10.2011, Karsten Bödeker


67:69 – Syke verliert kurz vor Ultimo
Bezirksoberligist unterliegt Barsinghausen

Unglückliche Niederlage für Basketball-Bezirksoberligist TuS Syke. In einer dramatischen Partie scheiterten die Hachestädter erst in der Verlängerung mit 67:69 am TSV Barsinghausen, nachdem es nach regulärer Spielzeit noch 61:61 (30:24) gestanden hatte.

Trotz der Niederlage wirkten die TuS-Verantwortlichen allerdings nicht sonderlich enttäuscht. Stellvertretend für seine Kollegen sprach der Vorsitzende des Förderkreises Hanno Dettlof von einem „begeisternden Match“: „Das waren zwei junge Teams auf Augenhöhe. So macht Basketball Spaß.“

Vor über 50 Zuschauern entwickelte sich von Beginn an eine temporeiche Partie auf äußerst hohem Niveau. Körbe blieben allerdings zunächst Mangelware, da beide Abwehrreihen ihren Job vorzüglich verstanden. Gerade einmal 10:12 stand es nach dem ersten Durchgang, ehe es im zweiten Abschnitt punktereicher wurde. Auf 30:24 zogen die Hausherren bis zur Halbzeit davon, wobei sich insbesondere zwei TuS-Akteure in den Vordergrund spielten. Markus Finke sowie Patrick Weseloh räumten in der Defensive resolut auf und zeichneten auch im Angriff für wichtige Punkte verantwortlich.

Trotzdem gerieten die Syker nach dem dritten Viertel mit zwei Punkten in Rückstand. Auch wenige Sekunden vor Schluss lag Barsinghausen noch hauchdünn in Front, ehe Jacques Salame den TuS mit zwei verwandelten Freiwürfen in die Verlängerung rettete. Nun ging es Schlag auf Schlag. Alles sprach bereits für eine erneute Verlängerung, doch Pustekuchen. Ein überflüssiges Foul bescherte Barsinghausen kurz vor Ultimo zwei Freiwürfe. Diese Chance ließen sich die cleveren Gäste nicht entgehen und feierten so am Ende einen glücklichen 67:69-Sieg.

Quelle: Kreiszeitung, 13.10.2011 (drö)