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2. Herren

2. Herren Spielbericht: TuS Syke – TSV Luthe

2. Herren – Die Karawane zieht weiter
Wer kann sich noch erinnern? Nach einer spektakulären Rückrunde und einem nicht mehr für möglich gehaltenen, atemberaubenden Auswärtserfolg beim monatelangem Tabellenführer aus dem hannoveraner Vorort Langenhagen, sicherte sich die Reserve der Syke Bears die Meisterschaft in der Bezirksklasse West. Der Aufstieg und somit auch das eigentliche Saisonziel wurde vollbracht.

4 Monate später.

Schweißtreibende Wochen liegen hinter der Altherrentruppe. Spielertrainer Marc-Alexander Böwe trieb die Laktatwerte der Oldies stark in Richtung Bundesliganiveau und mahnte immer wieder an, wenn es im Training mal nicht wie gewünscht lief. Die Zielsetzung zur neuen Saison wurde bereits früh definiert: die Siegesserie der vergangenen Saison sollte möglichst lange in der neuen Liga Bestand halten. Während andere Vereine in der nächsthöheren Liga nur etwas „neue Luft schnuppern“, wollten die Beers ihr eigenes Bezirksklassenmeisterbiotop aufbauen, woran sich die restlichen Vereine zu orientieren haben. Das für Liganeulinge gefürchtete Abstiegsgespenst soll somit in diesem Jahr nicht thematisiert werden und weiterhin mit der roten Laterne im HSV-Fanblock rumspuken.

Saisonbeginn.

Die Ziele waren definiert. Die Mannschaft körperlich in Topform. Schiedsrichter von MTV Stolzenau waren anwesend. Die Gäste vom TSV Luthe ebenfalls. Es war angerichtet.

Die Gastgeber begannen mit einer leicht veränderten Spielerformation. Während Aufbauspieler Christian Stubbemann das Spiel strukturieren sollte, bildeten Kugelblitz Björn Hansemann und Youngstar Mark Speckmann eine gefürchtete Flügelzange und die Centerspieler Julian Franke und Florian Hespe sollten unter den Körben aufräumen. Grund für diese Umstrukturierung war das Vortagestraining am Freitag Abend, als diese fünf Akteure bereits die 1.Herren vor Probleme stellen konnte.

Dennoch erwischten die Beers keineswegs einen Start nach Maß. Man verstrickte sich zu oft in Einzelaktionen und versuchte sein Glück erfolglos aus der Distanz, während die Gäste aus Luthe immer wieder mit dem altmodischen Zug zum Korb zu leichten Punkten kamen. Lediglich den wenigen Punkten aus Schnellangriffen war es zu verdanken, das man zu Spielbeginn nicht bereits vollständig den Faden verlor und nach zehn gespielten Minuten ein ausgeglichenes Korbverhältnis von 15:15 vorweisen konnte.

Was war nur los? Hatte man sich im Vorfeld doch so viel vorgenommen, schaffte man es einfach nicht sich gegen die athletisch unterlegenen Gäste abzusetzen bzw. dem Spiel den eigenen (schnellen) Stempel aufzudrücken.

Das zweite Viertel änderte leider nichts an der Misere der Bärenbande. Immer wieder versuchte man sein Glück von außen und obwohl Spielertrainer Marc-Alexander Böwe immer wieder die wechselnden Verteidigungsformationen des Gegners ansprach, reagierten seine Spieler oftmals zu ungestüm. Leistungsträger wie Christian Stubbemann oder auch Qerim Shtanaj trafen kein Scheunentor und es war lediglich den Centerspielern um Franke, Pflug und Co. zu verdanken, das man durch zweite Wurfchancen nicht den Anschluss verlor. Im Endeffekt konnten jedoch auch diese nicht den verdienten 31:34 Halbzeitrückstand verhindern.

Pause.

Während der Trainer aufgrund der Leistung seiner Schützlinge nahezu sprachlos seine Halbzeitansprache begann, trauerte der Rest der Mannschaft immer noch der eigenen Leistung nach, welche wackliger erschien, als der Staatsetat von Griechenland.

Das dritte Viertel begann überraschend mit frischem Wind. Während Julian Franke direkt zwei Ballgewinne der Verteidigung der Gastgeber in Körbe umwandeln konnte, übernahm Jugendspieler Bastian Bomhoff die Rolle der internationalen Hilfspakete für die alternden Herrenakteure. Er lieferte das komplette Paket: Punkte, Rebounds, Assists, Defense, Schrittfehler und war Hauptbegründer des griechischen, pardon, bärischen Aufschwungs.
Folgerichtig entschieden die Syker das vorletzte Viertel deutlich mit 19:10 zu ihren Gunsten.

Wer nun dachte, das der Spielverlauf endgültig gekippt war und die ersten Punkte auf der Habenseite verbucht werden konnten, lag völlig daneben. Die Gäste aus Luthe kamen beherzt aus der kurzen Pause und konnten immer wieder zu leichten Punkten in der gegnerischen Zone kommen und hatten beim Stand von 54:53 endgültig wieder zurück in die Partie gefunden. Die Syker ihrerseits standen nun wiederholt mit dem Rücken zur Wand und liefen Gefahr wichtige Zähler auf dem Weg zum Klassenerhalt liegen zu lassen.

Was nun aber folgte, war die richtige Reaktion auf die bisherige spielerische Misere: in der Defensive wurde der altbekannte Beton angerührt und die Grenzen der eigenen Zone standen sicherer, als die libyschen Rebellen in Tripolis. Offensiv wurde der Ball nun merklich besser bewegt und die frühen Teamfoulprobleme der Gäste wurden sukzessiv ausgenutzt. Nach zwei spektakulären Spielminuten und einem beeindruckendem 15:0 Lauf der Syker war die Partie urplötzlich entschieden und die Beers konnten die Zügel wieder etwas lockern und sich schlussendlich nach einem verdienten 70:60 Heimerfolg von den zahlreichen Edelfans feiern lassen.

Unter dem Motto: Es ist nicht alles Gold was glänzt, lässt sich das Saisondebut der Syker gut zusammenfassen. Der erste Saisonsieg tut natürlich der eigenen Seele sehr gut, jedoch sollte man diesen nicht überbewerten. Der Gegner ist eher im unteren Mittelfeld der Liga anzusiedeln und man wird es somit noch mit deutlich schwereren Brocken zu tuhen bekommen. Dennoch hat die derzeitige Truppe auch noch viel Luft nach oben und wird versuchen, diese Reserven zu mobilisieren, um am kommenden Wochenende auch den Auswärtsauftakt der Saison bei den dann gastgebenden Freunden aus Neustadt erfolgreich zu gestalten.

The show must go on.

Punkteverteilung: Stubbemann 28 (2 Dreier, 8/8 Freiwürfe), Bomhoff 11 (3/3), Shtanaj 8, Bobrink 6, Franke 6, Pflug 4, Ailton 3 (1/4), Cholid 2, Böwe 2, Hespe, Döpkens, Speckmann.

(Christian)