2. Herren Spielbericht: TSV Neustadt – TuS Syke

2. Herren – Chancenlos am Rübenberge
Mit der ersten Niederlage der Syke Beers im Kalenderjahr 2011, beim gastgebenden TSV Neustadt, endete eine atemberaubende Serie von zahlreichen Siegen, inklusive der verdienten Bezirksklassenmeisterschaft unerwartet, jedoch schlussendlich verdient. Wer an dieser Stelle jedoch schlussfolgert, das die gezeigte Leistung der Syker den eigenen Ansprüchen nicht genüge, der fliegt schneller aus dieser Diskussion, als die FDP aus dem Berliner Landesparlament. Denn während Partei-Chef Rösler sukzessiv den Hang zur knallharten Realität verliert, wusste Spielertrainer Marc-Alexander Böwe diese Niederlage durchaus realistisch einzuordnen.

Bereits im Vorfeld der Begegnung waren die ersten Ausfälle zu beklagen. Spielertrainer Marc-Alexander Böwe konnte aufgrund einer Verletzung lediglich das Amt des Trainers bekleiden, während die beiden starken U18-Akteure, Jan Cholid und Thorben Hamelmann, aufgrund eines eigenen Jugendspieles passen mussten. Das dem Coach dennoch zehn einsatzfähige Spieler zur Verfügung standen, war sowohl Claas Sander zu verdanken, welcher extra aus Osnabrück anreiste, als auch der Twistringer Flügelzange um Jimmy Shtanaj und Julian Franke, welche trotz zeitlicher Engpässe den langen Weg nach Neustadt auf sich nahmen.

Spielbeginn.

Direkt zum Sprungball standen bereits viele Münder der Gästeakteure auf Durchzug. Während die Gastgeber vom Rübenberge in den Punkten Körperlänge, als auch Brust- und Bicepsumfang eher in der Schublade „Fitness- (und Solariums-) Flatrate“ einzuordnen waren, wirkten die Syker zerbrechlicher als das Porzellan auf einem Polterabend. Dennoch steckten die Gäste keineswegs den Kopf in den Sand. Während der „Traktor“ Oliver Bobrink die ersten Syker Punkte am offensiven Brett markierte, waren es wenig später die Flügelspieler der Beers, die immer wieder per Zug zum Korb gegnerische Fouls provozieren konnten und den Weg an die Freiwurflinie fanden. Defensiv stand man solide, jedoch drückten wenige Punkte der Neustädter aus der Transition auf das Syker Gemüt, welches auch zum Viertelende bei einem Rückstand von 12:16 keineswegs in Piratenpartei-ähnliche Sphären vorstieß.

Konnte Trainer Marc-Alexander Böwe mit der Anzahl der kassierten Punkte durchaus zufrieden sein, waren zwölf offensive Zähler schlichtweg zu wenig. Zu selten fand man ein Mittel gegen die aggressive Mann-gegen-Mann Verteidigung der Rübenberger. Das die Gäste aus der Hachestadt dem Wunsch nach einer Veränderung des eigenen Spiels zu deutlich nachkamen, zeigte der zweite Spielabschnitt: während die eigene Offensive nun merklich flüssiger funktionierte, strauchelte die Syker Verteidigung stärker, als unsere erste Herren nach einem Freimarktsbesuch. Punkt um Punkt zogen die Gastgeber nun davon und erst eine Auszeit von Trainer Böwe unterbrach den starken 10:2 Lauf der Neustädter. Fortan konnten die Beers das Spiel wieder deutlich offener gestalten und den Rückstand zur Pause auf lediglich 31:41 minimieren.

Halbzeit.

Die bisherige Leistung war zu diesem Zeitpunkt schwer einzuschätzen. Auf der einen Seite agierte man gegen einen bärenstarken Gegner, der speziell in Sachen Athletik deutliche Vorteile besaß, relativ abgeklärt und kam weitestgehend zu guten Wurfchancen. Auf der anderen Seite vergab man zu viele Freiwürfe und hatte merkliche Probleme die defensiven Bretter zu kontrollieren. Beides Aspekte im Syker Spiel, die sich schlussendlich als spielentscheidend herausstellen sollten.

Das dritte Viertel begann furios. Während sich die Gäste noch in einem furiosem Tiefschlaf befanden, nutzten dies die Gastgeber furios aus. Während die Syker offensiv schlechte Entscheidungen trafen, zogen die Neustädter immer wieder aggressiv zum Korb und kamen zu oft zu leichten Punkten. Beim folgerichtigem Stand von 33:49 musste Trainer Marc-Alexander Böwe erneut zu einer Auszeit greifen und an die Moral seiner Akteure appellieren. Die Beers kamen nun deutlich fokussierter auf das Parkett zurück und legten ihrerseits einen beeindruckenden 14:2 Lauf hin und verkürzten die Differenz auf lediglich vier Punkte. Ursache für diesen Formwandel war in erster Linie die bessere Ballbewegung in den eigenen Reihen, als auch die schnelleren Defensivrotationen in der in dieser Zeit sattelfesten 3-2-Zone. Nun lag es am Heimtrainer seinerseits notgedrungen zu einer Auszeit zu greifen. Leider war dies auch nicht seine dümmste Entscheidung und die Neustädter vergrößerten das Syker Punktedefizit innerhalb weniger Minuten wieder in den zweistelligen Bereich. Beim Stande von 47:60 ging es in den Schlussabschnitt.

Gerne würde der Autor dieses Artikels an dieser Stelle nun über eine grandiose Aufholjagd berichten. Diese blieb jedoch aus. Das letzte Viertel war geprägt von vereinzelten, kleinen Zwischenspurts beider Teams, wobei es den Sykern nicht mehr gelingen sollte die Korbdifferenz in den einstelligen Bereich zu bringen.

Im Endeffekt kann die Mannschaft mit dem eigenen Auftreten jedoch sehr zufrieden sein. Man verlor gegen einen starken Gegner, der in dieser Formation definitiv um den Titel in der Bezirksliga mitspielen kann und wird. Ein Gegner der sowohl mit einer starken ersten Fünf glänzen kann, jedoch auch durch Auswechslungen im hinteren Bankbereich nicht merklich geschwächt wird. Ein Gegner der körperlich zu überlegen war und sowohl auf den Flügel-, Aufbau- als auch Centerpositionen sich keine Blöße gab. Die Syker konnten ihrerseits das Spiel lange Zeit offen gestalten und waren beim Stand von 47:51 drauf und dran, das Spiel zu ihren Gunsten zu kippen. Das dies dennoch nicht gelang, soll an dieser Stelle nicht weiter thematisiert werden. Nun gilt es erstmal darum, im Training den Grundstein für zukünftige Erfolge zu legen, um das kommende Auswärtsspiel in Ahlem erfolgreich zu absolvieren.

Die Beers verließen die Sportanlage des TSV Neustadt mit gehobenen Köpfen und einer Menge Flaschenpfand, getreu dem Motto: „jedes Bier hat mehr Prozent als die FDP“.

Punkteverteilung: Stubbemann 37 (3 Dreier, 12/14 Freiwürfe), Shtanaj 8 (1, 3/6), Bobrink 5 (1/4), Ailton 4 (2/4), Franke 4, Döpkens 3 (1/2), Speckmann 2, Pflug 1 (1/2), Sander, Frikadellen-Hespe

(Christian)