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2. Herren

2. Herren Spielbericht: TuS Syke – TS Rusbend

Syke zerstört Rusbend
Es gibt irgendwo auf jeder Mission den einen Punkt, wo alle Beteiligten merken, das irgendwas falsch läuft und das das eigene Kollektiv kurz davor ist, mal ordentlich gegen die Wand zu laufen. Den einen Punkt, wo jeder realisiert, das die ganze Geschichte gar nicht positiv ausgehen kann und jedes Himmelfahrtskommando eher wie ein Kindergeburtstag erscheint. Wann hatten die Gäste aus Rusbend diesen einen „Moment“? Vielleicht während der langen Anreise in die wunderschöne Hachestadt, vielleicht aber auch erst einige Minuten später. Tatsache war, das die Gäste vom TS Rusbend in der heutigen Partie rein gar nichts zu melden hatten und die Gastgeber der Syke Bears einen niemals gefährdeten 112:57 Erfolg feiern konnten. Fangen wir aber vorne an.

Die Syker mussten leider im Vorfeld des Spiels sowohl auf Centerspieler Julian Franke (Weserstadion), als auch auf Flügel Jimmy Shtanaj (Casting zum neuen Tokio Hotel Video) verzichten. Erfreulich war andererseits das Mitwirken von Oldie Marcel Pflug, welcher nach einer Verletzungspause wieder zum Kader gestoßen ist.

Direkt zum Spielbeginn begonnen beide Teams ungewohnt konfus. Während die Gäste aus Rusbend anfangs leichte Schwierigkeiten hatten, in welche Richtung denn gespielt werden würde (Sven Döpkens dankt per 1-gegen-0 Layup), war bei den Beers allgemein der Wurm drin. Die Defensive war ein aufgeschreckter Hühnerhaufen und offensiv suchte man leider zu häufig den Erfolg in 1-gegen-1 Situationen oder Würfen von außen. Beides nicht umbedingt die wirkungsvollsten Mittel, waren die Gäste doch lediglich mit fünf Spielern angereist. Das Spiel „plätscherte“ nun ein wenig vor sich hin und obwohl die Bärenbande zwischenseitlich bereits auf 11-2 davongeeilt war, gewannen die Gastgeber das erste Spielviertel lediglich mit 23:17.

In den folgenden Spielminuten war es wiederum Jungakteur Jan Cholid vorbehalten, die entscheidenden Akzente zu setzen. Defensiv agierte der quirlige Aufbauspieler wieder gewohnt aggresiv und offensiv gelang ihm ebenfalls nahezu alles. Punkt um Punkt zog er die restlichen „alten Säcke“ der Heimmannschaft über das Parkett und dirigierte das komplette Spielgeschehen nach Belieben. Rusbend konnte diesem Syker Zwischenspurt nahezu nichts entgegensetzen und folgerichtig gewannen die Beers den zweiten Spielabschnitt mit 35-14. Allgemein war das Auftreten der Syker in dieser Phase nicht mehr mit den ersten zehn Minuten vergleichbar. Die eigene „Transition offense“ ermöglichte immer wieder leichte Punkte und selbst im set-play suchte man verstärkt den Zug zum Korb. Die Gäste konnten aufgrund ihres brachialen Spielermangels oftmals nicht foulen und standen mehr oder weniger hilflos als „Slalomstangen“ in der eigenen Zone.

Das Spiel war somit bereits zur Halbzeitsirene entschieden und somit konnte Spielertrainer Marc-Alexander Böwe immer wieder nach Belieben durchwechseln ohne das der eigentliche Sieg nochmal in Gefahr geraten sollte. Noch besser: die „Reservisten“ konnten ebenfalls immer wieder erfolgreiche Nadelstiche setzen und die Punktedifferenz in neue Sphären bringen. Florian „0,5l-Flöte“ Hespe konnte in dieser Phase immer wieder überzeugen und konnte diesen Eindruck mit im Endeffekt starken 10 Punkten auch über die gesamte Spielzeit bestätigen. Auch der Rest der Beers wollte in dieser Phase nicht zurückstecken. Der „Traktor“ Bobrink war wiederum nicht zu stoppen, Marcel Pflug reichten selbst gefühlte 70-80% der eigenen Leistungsfähigkeit zu bemerkenswerten 13 Punkten und auch Aufbauspieler Sven Döpkens scorte wiederum in „double-digits“, wie insgesamt sieben (!) Syker Akteure. Was für eine Leistung.

Das vierte Viertel brachte über diese Tatsachen hinaus keine neuen Einblicke. Offensiv lief der eigene Motor fehlerfrei und gegenüber den defensiv schwachen Leistungen gegen Teams wie Bordenau oder Bergkrug konnten die Beers die Gäste in den letzten Spielabschnitten bei jeweils lediglich 13 Punkten halten. Die Kritik der letzten Wochen hat somit gefruchtet. Pünktlich zur ARD Sportschau konnten die Syker dann eine weitere Kerbe in den Bettpfosten schlagen und einen nie gefährdeten 112:57 Heimerfolg feiern.

Wie geht es nun weiter? Die Syker erwarten am 16.04.2011 um 18:00 Uhr in der eigenen Halle die Gäste aus Luthe zum letzten Heimspiel der Rückserie. Mit einem Sieg könnte man die Vizemeisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg bereits „klar“ machen und gelassen in das letzte Spiel in Langenhagen gehen, wo dann der diesjährige Meister der Bezirksklasse ausgespielt wird. Es darf gehofft werden.

Punkte: Stubbemann 28, Bobrink 20, Böwe 15 (1 Dreier,), Cholid 13, Pflug 13 (1/2 Freiwürfe), Döpkens 11 (3/4), Hespe 10, Sander 2, Björnyoncé 1 (1/2), Speckmann