2. Herren Spielbericht: TuS Syke – TSV Bordenau

Schützenfest an der Hache
„We love to entertain you“

Während ein deutschlandweit bekannter TV-Sender den eigenen Werbeansprüchen kaum noch gerecht werden kann, bot die Herrenvertretung der Syke Bears den eigenen Fans eine Achterbahnfahrt sondergleichen und fegte die Gäste vom TSV Bordenau mit Vollgas aus der Festung „Hache Hall“. Teamintern muss nun diskutiert werden, ob der Eintritt weiterhin frei bleibt und für welche Altersgruppen Rabatte gewährt werden. Wo sieht man schon einmal über 200 Punkte in einem Bezirksklassenspiel?

Fangen wir aber vorne an. Spielertrainer Marc-Alexander Böwe warnte früh vor den engagierten Gästen aus dem hannoveraner Vorort Neustadt am Rübenberge, da diese mit dem derzeitigen Top-Scorer der Liga, Marvin Hundeck, die Reise zum heissesten Team der Liga antraten. Des weiteren schaffte es nur ein leicht dezimierter Kader in die eigenen Trikots, da die Centerspieler Marcel Pflug (Verletzung) und Julian Franke (Justin Bieber Konzert) nicht am Spielbetrieb teilnehmen konnten.

Dennoch waren die Syker von Beginn an hellwach. Wurde in der Vorwoche noch der Gastgeber aus Bergkrug sukzessiv überrannt, waren heute die Bordenauer Opfer der schnellen Spielweise der Bären. Steal um Steal, Rebound um Rebound, Punkt um Punkt – die Syker brachten das gesamte Paket und führten bereits nach vier gespielten Minuten zielsicher mit 16:3. Lediglich eine Auszeit unterbrach den Rhythmus der Bären, die immer noch wie angestachelt mit einem Messer zwischen den Zähnen auf dem Parkett standen und diese Spielunterbrechung nicht umbedingt als förderlich ansahen. Warum zeigte sich wenige Sekunden später. Während die Offense der Bordenauer immer besser ins laufen kam, verabschiedete sich die Defense der Beers mit einem genervten Lächeln ins Wochenende Richtung Hallenausgang. Sie wurde bis heute nicht aufgefunden. Vermutlich ist sie immer noch mit der Verteidigung der Bordenauer auf Thekentour. Der Spielstand nach zehn gespielten Minuten von 36:22 lässt dies zumindestens vermuten.

Die Bärenbande musste nun etwas verändern und so sollten die „Reservisten“ neue Energie auf das Feld bringen, was auch vorzüglich gelang. In der Verteidigung wurde nun etwas besser gearbeitet und in der Offensive konnten die Centerspieler Oliver Bobrink und Marc-Alexaner Böwe immer wieder in Szene gesetzt werden. Die Bordenauer beschränkten sich in dieser Phase zusehends auf ihren Topscorer, was nur teilweise gelang. Völlig verdient setzten sich folgerichtig die Bears auf 64:29 zur Halbzeit ab.

Die Bank der Gastgeber hatte sich nun bewährt und so war es nur die richtige Schlussfolgerung, das das dritte Viertel seitens der Syker nicht von der kompletten starting Five begonnen wurde, sondern eher einen gelungenen Mix des gesamten Teams darstellte. Leider ließ man nun die Zügel etwas lockerer und speziell offensiv fand kein Ball mehr den Weg durch die Reuse, während Bordenau Punkt um Punkt den Bears gefährlich nah kam. Erst nach vier gespielten Minuten konnten die Bären ihre ersten Zähler erzielen. Das Spiel wurde fortan deutlich zerfahrener und die zahlreichen Zuschauer hätten diese mentale Auszeit eher für einen verspäteten Pausentee nutzen sollen/können. Nach 30 gespielten Minuten führte man „nur“ noch mit 80:63.

Die Nervosität der Syker war in dieser Phase spürbar. Die Tabellensituation war jedem klar. Will man den derzeitigen Tabellenführer aus Langenhagen noch einmal ernsthaft gefährden, müssen alle restlichen Spiele gewonnen werden.

Das letzte Viertel begonn auf Seiten der Gastgeber wiederum die bekannte „erste Fünf“ und während Bordenau noch die ersten Zähler markieren konnte, setzten nun die Syker wieder die Nadelstiche in Richtung des Gegners und erzielten mit einem 19:9 Zwischenspurt die Vorentscheidung. Siegessicher wurde man aber mit einem Blick auf das „Scoreboard“ in Schrecken versetzt: 99 erzielte Punkte! Die heikle Lage war schlagartig jedem klar. Wer den nächsten Punkt erzielt, zahlt die Kiste Pils. Völlig von der Rolle lies sich Flügelspieler Stubbemann auch sofort auswechseln. Der Druck wurde einfach zu groß. Die Syker ließen in der Offensive nun kritisch lang den Ball laufen und irgendwie wollte niemand so richtig den Ball in Richtung Korb befördern. In dieser Phase machte sich nun die Unerfahrenheit von Jungspund Florian Hespe bemerkbar. Nach einem harten „Cut“ zum gegnerischen Korb stand er plötzlich völlig offen und nachdem der Ball ihn, fand musste er vollstrecken. 101. Kiste!

Die restlichen Minuten waren nur noch ein lockeres auslaufen und beim Endstand von 110:92 lagen sich wiederum die Syker in den Armen und freuten sich über den sechsten Sieg in Folge.

Am kommenden Wochenende wartet nun der Spitzenreiter aus Langenhagen auf die Truppe um Böwe und Co. So sehr man sich am gestrigen Tag auch über den Sieg freuen konnte – defensiv war es prinzipiell ein blanker Offenbarungseid und jedem sollte klar sein, das man mit dieser Einstellung nicht mehr sehr viele Spiele gewinnen wird. In den nächsten Tagen müssen diese Schwächen abgestellt werden, um alle Kräfte zu mobilisieren, damit eine einst als verloren gegoltene Saison noch einen versöhnlichen Abschluss bekommt. Die Syker träumen weiter. Aber wie will man von etwas träumen, das einen nicht schlafen lässt?

Punkte: Stubbemann (24), Shtanaj (19), Bobrink (16), Böwe (12), Hansekönigin (10), Hespe (9), Sander (8), Stein (8), Döpkens (2), Speckmann (2)

Hinweis: Alle Statistiken der 2. Herren wurden auf der offiziellen Basketball-Bund Seite nachgetragen.

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