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2. Herren

2. Herren Spielbericht: TuS Syke – Linden Dudes

Smells like Team Spirit
Wer kennt ihn nicht? Der Erfolgssong „Smells like teen spirit“ ebnete der Band „Nirvana“ den Weg zu einer weltweiten Karriere und den Sänger Kurt Cobain zu schier unendlichem Ruhm. Das sich sein weiterer Werdegang schrottflintenbedingt etwas „kopflos“ gestaltete, soll an dieser Stelle nicht weiter behandelt werden. Entscheidend ist vielmehr eine Textzeile aus oben genannten Song: „With the lights out, it’s less dangerous.“

Die Herrenvertretung der Syke Bears nahm diesen Textauszug leider wörtlich und somit schossen die Akteure um Spielertrainer Marc Böwe in sukzessiver Reihenfolge die Lampen der Arena aus. Kein Wurf wollte den Weg in die gegnerische Reuse finden. „Less dangerous“ wurde die Partie gegen die sympathischen Gäste aus Linden leider auch nicht. Das am Ende zwar dennoch ein verdienter 79:73 Sieg auf dem Scoreboard stand, hatte andere Gründe. Fangen wir also von vorne an.

Das erste Viertel begann mit einer kleinen „Retourkutsche“ der Hachestädter zu Lasten von Centerspieler Julian Franke. Aufgrund seines Justin Biebers Konzertbesuches hatten seine Mitspieler zum Spielbeginn das Spielertrikot in der Halle versteckt. Folgerichtig konnte er mit der restlichen Starting Five nicht zum Jump antreten und wurde durch Marc-Alexander Böwe atequat ersetzt. Während Franke nun orientierungslos sein Trikot suchte, entschieden die Beers den Sprungball für sich und wollten das Spiel direkt an sich reissen. Problematisch: rein gar nichts wollte gelingen. Flügelspieler Stubbemann verwarf aus allen Lagen, Jimmy Shtanaj spielte zu passiv und der „Traktor“ Bobrink war, wie in den folgenden Minuten auch, vom Pech verfolgt. Die wenigen Zuschauer in der Hache Halle beobachten nun, wie sich einige Syker Akteure mit „high fives“ abklatschten, wenn wenigstens das Brett getroffen wurde. Während die Offensive somit gar nicht ins Laufen kam, wurde aber in der Defensive umso besser gearbeitet. Rebound um Rebound, Steal um Steal – wirklich „absetzen“ konnten sich die Dudes aus dem hannvoraner Stadtteil „Linden“ auch nicht. Folgerichtig ging es mit einem 13:13 in die Viertelpause.

Die nächsten Spielminuten sollten sich nun aber wenigstens etwas attraktiver gestalten. Entscheidender Faktor für diesen „Syker Aufschwung“ war die Einwechslung von Jugendspieler Jan Cholid, welcher sich nun in seiner Einsatzzeit zum wichtigsten Spieler auf Seiten der Gastgeber entwickelte. Defensiv war er für die Aufbauspieler der Dudes die absolute Pest und auch offensiv konnte Jan mehr als überzeugen. Der Angriff kam somit immer besser ins Rollen und als selbst Sven Döpkens einen „Dreier“ verwandelte, waren die Syker endgültig in der Partie angekommen. Durch einen kleinen Zwischenspurt konnte man sich somit auch verdient auf 33:26 absetzen und der gesamte Kader hoffte nun, das man das Spiel im Griff hatte. Pustekuchen. In einer Auszeit der Dudes erschien ihnen wohl der „Oberdude“ Jeff Bridges persönlich und verlieh ihnen neue Energie. Folgerichtig startete man nun einen eigenen 6:0 Zwischenspurt und ging in die Halbzeitpause nur mit einem 1-Punkt-Defizit.

„Here we are now, entertain us.“

Wirklich viel bekamen die Zuschauer somit bis zur Pause leider nicht zu sehen und gerade in den Gesichtern der Dauerkartenbesitzer konnte man zweifellos erkennen, ob der Kauf dieser Karte nicht im Endeffekt doch der größte Fehler seit dem Kinobesuch von „Basis Instinct 2“ war. Das dritte Viertel war leider wiederum ein Spiegelbild der ersten zehn Spielminuten. Der Angriff der Syker war in erster Linie ein ungeordnetes Chaos und die Gäste wollten oder konnten nicht. Für Personen, die das Glas immer „halb voll“ sehen – spannend war die Grütze schon! Kein Team konnte sich nun auf mehr als drei Punkte absetzen und für die Akteure war das Spiel nun wie eine Achterbahnfahrt, wenn auch eine sehr langsame. Auf und ab, ab und auf – die Dudes liessen sich nicht abhängen und die Beers ebenfalls nicht. Der Spielstand von 50:49 nach 30 Minuten macht dieses mehr als deutlich.

Somit musste der letzte Spielabschnitt die Entscheidung bringen. Hier erwischten die Beers den besseren Start und konnten sich durch gezielte Schnellangriffe über 55:49 auf 60:53 absetzen. Eine Vorentscheidung? Keinesfalls. Gästeflügelspieler Lieberum zeigte nun seine Klasse von „downtown“ und drei Dreier später führten die Dudes wiederum mit 66:63. Die Syker konnten sich nun nur noch mit einer Auszeit helfen. Hier sprach Spielertrainer Böwe nochmals die eigenen Defizite an und diese kleine Standpauke sollte auch fruchten. Die Syker verteidigten wieder aggressiver und in der Offensive wurde besser rotiert. Folgerichtig führten die Gastgeber nach einem Stubbemann-Dreier nach 39 gespielten Minuten mit 73:68. Die Dudes mussten nun immer wieder die Zeit stoppen, um noch die eigenen Chancen zu wahren. Die Nervenstärke der Syker wurde somit auf die Probe gestellt. Wirklich „überragend“ war die Quote von der Freiwurflinie zwar nicht, aber nach sechs Treffern bei zehn Versuchen konnten sich beim 79:73 Endstand die Syker wiederum in den Armen liegen.

Siege wie dieser sind für eine Mannschaft immens wichtig. Erwischt man als Kollektiv einen solch „rabenschwarzen“ Tag muss man andere Wege finden, die Punkte in der eigenen Halle zu lassen. Diese Wege waren am heutigen Tag die eigene Verteidigung und die Impulse durch Jan Cholid und Sven Döpkens. Nun heisst es für die Syker die eigenen Wunden zu lecken und im Training diese Defizite aufzuarbeiten, um am kommenden Wochenende die offene Rechnung mit dem RV Hoya zu begleichen. Die Weichen sollen ja weiterhin in Richtung Aufstieg stehen. Schliessen wir den Spielbericht mit einem letzten Auszug aus dem Nirvana-Song: „I’m worse at what i do best, and for this gift i feel blessed, our little group (team) has always been, and always will until the end.“

Stubbemann 26 (1 Dreier, 9/9 Freiwürfe), Shtanaj 16 (8/9), Döpkens 13 (1, 3/6), Cholid 9 (1, 2/4), Bobrink 6, Böwe 6, Franke 2, Hespe 2, Speckmann. Hanseschätzchen did not played.