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2. Herren

2. Herren Spielbericht: RV Hoya – TuS Syke

Rumpfkader dominiert Hoya
Die Vorzeichen für die Auswärtspartie der Bärenbande aus der Hachestadt bei den gastgebenden RV Hoya Dukes standen unter keinem guten Stern. Der eigene Kader war gespaltener als das heutige Libyen und so musste Spielertrainer Marc Böwe auf die altbewährten Kräfte Claas Sander (Umzug), Marcel Pflug (Verletzung), Jimmy Shtanaj (Alkohol) und Sven Döpkens verzichten. Umso erstaunlicher war die Tatsache, das die Beers die eigene und gegnerische Zone stärker dominierten als die NATO den nordafrikanischen Flugraum und das wichtige Auswärtsspiel am Ende verdient mit 87:67 gewannen. Fangen wir aber von vorne an.

Bereits zum Spielbeginn musste Spielertrainer Böwe der Tatsache Tribut zollen, das es lediglich drei Flügelspieler in die nahegelegene Samtgemeinde Grafschaft Hoya schafften. Die etablierte 3-2 Zonenverteidigung wurde in eine 2-1-2 Zone umgestellt. Ziel der ganzen Geschichte waren natürlich eine eigene Dominanz am Brett, als auch diverse Verschnaufpausen für die „kleinen“ Positionen, was sich auch im späteren Verlauf des Spiels bezahlt machen sollte. Zum Spielbeginn entwickelte sich hingegen ein offener Schlagabtausch. Es wurde gefightet ohne Ende und als Zuschauer konnte man schnell mal glauben, das man live vor Ort in Tripolis wäre – es wurde um jeden Meter gekämpft. Während auf Seiten der Syker offensiv viele Spieler „in die Bresche“ sprangen, war es auf Seiten von Hoya in erster Linie Aufbauspieler Dennis Rokitta, welcher im Angriff nahezu alles versenkte. Als dieser dann auch noch von Jan-Ole Guder unterstützt wurde, standen die Syker erstmal nahezu hilflos auf dem Platz und konnten sich nur mit einer Auszeit helfen. Was sollte man nun unternehmen? Zone wieder umstellen? Mann-Mann verteidigen? Box-and-1? Die Optionen waren zahlreich, aber Trainer Marc Böwe zückte den Joker aus dem Ärmel und veränderte…. rein gar nichts! Getreu dem Motto, das der Gegner ja nicht ewig so treffen könnte, schöpften die Beers neuen Optimismus und konnten nach einigen weiteren eigenen Treffern eine kleine Führung von 28:22 in die Pause „retten“. Puh. Durchatmen.

Zum Beginn des zweiten Viertels kam Hoya wiederum besser aus der Pause und konnte schnell auf 29:30 verkürzen. Die Syker wollten dies jedoch nicht so stehen lassen und starteten einen eigenen 14:0-Zwischenspurt, gestützt von einer hohen Trefferquote und zahlreichen Schnellangriffen. Hoya konnte sich völlig verdutzt nur in eine Auszeit retten und die Gesichter der Dukes verrieten die eigene Gemütssituation – kurz vor dem Exodus. Das Spiel der Beers war für die Gastgeber einfach zu variabel. Flügelspieler Christian Stubbemann fand, gemessen am Spiel gegen die Linden Dudes, wieder zu alter Form und der 4-zylinder Motor des „Traktors“ Oliver Bobrink lötete den eigenen Drehmoment in ungeahnte Sphären. In der Defensive wurde nun der altbekannte Beton angerührt und wenig später konnten die Gäste eine 50:36 Pausenführung bejubeln. Durchatmen.

Wie würde Hoya nun auf das Syker Kollektiv reagieren? Während der ersten Hälfte scorten die Beers gegen die gegnerische Mann-gegen-Mann Verteidigung nach Belieben – so konnte es für die ambitionierten Dukes nicht weitergehen. Christian Blome, langjährige Institution in Hoya, griff nun tief in die Trickkiste – eine Box-and-One Zone sollte Christian Stubbemann an die Kette legen, hatte dieser doch bereits zur Halbzeit 29 seiner 47 Punkte eingesammelt. Dieser lies sich jedoch von dieser Tatsache nicht iritieren und passte den Ball immer häufiger in den Low-Post wo der Traktor nur durch Fouls zu stoppen war. Defensiv gönnte sich die eigene Intensität nun leider eine kurze Auszeit und diese nutzte der gegnerische Centerspieler Blome sofort und scorte alleine im dritten Spielabschnitt starke 14 Punkte. Folgerichtig musste die Bärenbande diesen kleinen Rückschlag verkraften und man ging nur noch mit einer 62:52 Führung in das letzte Viertel.

Wer nun eine nervenzerreissende Schlussphase erwartete wurde bitter enttäuscht. Die Syker spielten im Angriff weiterhin das bis dato erfolgreiche High-low Game zwischen Stubbemann und Bobrink herunter und Hoya wusste nie zu antworten. Nach einem 23-9 Zwischenspurt war die Messe gelesen, der Drops gelutscht, aus die Maus und Schicht im Schacht. Die Siegesserie der Beers hält weiter an.

Schlussendlich kann man die Leistung der Hachestädter nicht hoch genug einschätzen. Während man das Hinspiel in eigener Halle noch denkbar knapp verlor und diese wichtige Reise nur mit einem Rumpfkader antrat, holte man dennoch das Maximum heraus. Sowohl Oliver Bobrink, als auch Christian Stubbemann scorten ihre Season-Highs, wobei die Leistung der restlichen Spieler keineswegs unter den Tisch gekehrt werden sollte. Die Big-Men der Beers liessen kaum eine zweite Wurfchance zu und die restlichen Spieler fügten sich nahtlos in die eigenen Mannschaftsleistung ein. Keine Frage – in Hoya hat ein Team gewonnen und keine Versammlung von hochgradigen Individualisten. Dieses Team steht nun vor der Aufgabe auch die restlichen Partien erfolgreich zu gestalten, um zum Ende der Saison vielleicht doch noch den lange nicht mehr für möglich gehaltenen Aufstieg zu feiern.

Das Schlusswort der Mannschaft richtet sich zudem an „unser“ Geburtstagskind Jimmy Shtanaj. Lass dich feiern, alter Mann! Ebenso wünscht das Team Centerspieler Marcel Pflug die besten Genesungswünsche. Wir brauchen dich auf dem Platz, Kollege. Fit.

Stubbemann 47 (5 Dreier, 10/11 Freiwürfe), Bobrink 22 (2/5), Franke 9 (1/2), Hansesissi 4 (2/4), Böwe 3 (1/2), Hespe 2, Speckmann