2. Herren Spielbericht: TV Bergkrug – TuS Syke

Der Nächste bitte…
„Same procedure as last weekend, Miss Sophie? Same procedure as every weekend, James.“

Während es, der in die Jahre gekommenden, Miss Sophie im weltweit bekannten Silvester-Sketch Dinner for one wohl so langsam etwas eintönig wird, kann die Herrenvertretung der Syke Bears mittlerweile vom Siegen nicht mehr genug kriegen. Nach einem katastrophalem Saisonstart und personellen Veränderungen, greifen die neuen Strukturen immer besser und man räumt Woche für Woche das Feld von hinten auf.

Als der Co-Trainer der gastgebenden Mannschaft des TV Bergkrug bereits vor dem Spiel mit der Bitte an Bärentrainer Marc Böwe herantrat „man möge doch bitte schnell machen“ und „eine Chance haben wir eh‘ nicht“, schien die Favoritenrolle direkt verteilt.

Wie es sich für vorzügliche Gäste gehört, setzte die Bärenbande diese Aufforderung sofort in die Tat um. Kaum war der Sprungball gewonnen, schalteten die Beers direkt in den fünften Gang und überranten die athletisch leicht benachteiligten Heimspieler Angriff für Angriff. Die Spieler des TV Bergkrug konnten sich glücklich schätzen, das ihr Trainer mit letzter Kraft, kurz vor dem Exodus, noch beim Stand von 18:0 eine Auszeit beantragen konnte. Leider fühlte sich die Bärenbande aus der Hachestadt bereits zu früh zu sicher und lies es fortan deutlich gemächlicher angehen. Folgerichtig endete das erste Viertel auch „nur“ mit einem 24:6 aus Gästesicht. Während die Syker ihrerseits noch recht frisch wirkten, pusteten die Gastgeber bereits ordentlich durch und hätten sie sich während des Pausentees nicht noch die ein oder andere Bewegung aus den Gliedern geleiert, man hätte wahrhaftig denken können, Sir Toby und seine Kollegen um Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy, und Mr. Winterbottom wären zurückgekehrt um Miss Sophie und ihrem Butler die letzte Ehre zu erweisen.

Das zweite Spielviertel begann gewohnt lustlos. Die Gastgeber konnten nicht. Die Gäste wollten nicht. Das Spiel plätscherte nun etwas vor sich hin und erst gegen Ende konnten die Syker einige Punkte einfahren und den Motor wieder zum Laufen bringen. Erfreulich auf Seiten der Bears war die Tatsache, das man sich im Regelfall nicht in Einzelsituationen verstrickte, sondern immer wieder den freien Mitspieler suchte und fand‘. Defensiv wurde, wie bereits gewohnt, ordentlich Beton angerührt so ging es mit einem beruhigenden 48:14 zum Pausentee.

„Cheerio, Miss Sophie!“

Das dritte Viertel begann unspektakulär. Die Syker kamen in erster Linie mit Schnellangriffen zu ihren Punkten, während sich die Bergkruger zu oft in Einzelaktionen verstrickten, diese jedoch das ein ums andere mal erfolgreich abschließen konnten. Positiv auf Seiten der Gäste war die Tatsache, das alleine im dritten Spielabschnitt sieben verschiedene Spieler punkten konnten. Zum Ende des Viertels fielen dann auch endlich wieder die Würfe von außen und man konnte etwas variabler agieren und mit einem verdienten 73:25 in den letzten Spielabschnitt gehen.

Zu Beginn der letzten zehn Minuten wurde direkt die Rangordnung innerhalb der Mannschaft geändert. Während sich die etablierten Kräfte auf der Bank sonnen konnten, sollten die „jungen Wilden“ um Speckmann, Hespe und Co. ordentlich „Dampf“ machen. Leider wurde der Ball in der Offensive nun zu leicht hergeschenkt und auch defensiv lies man hier und da die Zügel zu locker. Dies lag jedoch nicht in erster Linie an den „neuen“ Kräften, sondern viel mehr an der Mannschaft selbst. Getreu dem Motto: „ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss“, blieben die Syker gewohnt mit Bodenhaftung im Spielgeschehen und mussten den Gastgebern den ein oder anderen Korb genehmigen. Im Angriff durfte jeder mal die Murmel Richtung Reuse werfen, was sich schlussendlich eher als suboptimal herausstellte, da kaum noch ein Korb herausgespielt werden konnte.

Am Ende dominierte auf Seiten der Hachestädter jedoch wieder das gewohnte Bild: Flügelspieler Stubbemann durfte einen weiteren „pinken“ Spielberichtsbogen entgegen nehmen und die Spieler feierten Arm in Arm einen nie gefährdeten 90:44 Erfolg, welcher wenige Minuten später im gewohnt hochklassigem Ambiente bei „Grilly Willy“ gefeiert wurde. Selbst an der Imbisstheke wurde dann auch dem letzten Gast klar, wie variabel dieses Team nun agiert. Während nach der verlorenen Partie in Rusbend noch sieben bis acht Currywurst-Platten über die Theke wanderten, gaben sich nun Jägerschnitzel, Chickenburger, Nuggets und Pommes die Türklinke in die Hand. Während Butler James seiner Miss Sophie wohl noch immer Champagner zur Pute serviert und Weisswein zum Fisch, haben sich die Beers weiterentwickelt. Wo soll das nur enden?

Stubbemann 34 Punkte (6 Dreier), Shtanaj 20 (2), Bobrink 12, Hespe 6, Hansegirl 6, Pflug 4, Franke 4, Böwe 2, Speckmann 2