Kategorien
1. Herren Allgemein

„Junkie“ Dettlof steht voll auf Basketball

Niklas Dettlof bezeichnet sich selbst gerne als „Basketball-Junkie“. Kein Wunder, da sich beim 19-Jährigen viel um den Sport mit dem orangefarbenen Ball dreht.

Dabei war zunächst gar nicht von einer erfolgreichen Basketball-Karriere auszugehen. Wie fast jeder Syker Junge startete auch Dettlof seine sportlichen Aktivitäten in der Fußballsparte des TuS. Im zarten Alter von vier Jahren begann der Abiturient mit dem Kicken und verschwendete zunächst keine Gedanken an andere Sportarten. Erst als er mit elf Jahren ein Basketballbuch geschenkt bekam, sollte sich dies schlagartig ändern. „Ich habe das Buch förmlich verschlungen. Es hat mich sofort in seinen Bann geschlagen. Fußball war danach für mich Geschichte“, zählte für Dettlof fortan nur noch der Basketballsport.

Die ersten Erfolge ließen auch nicht lange auf sich warten. Nach zwei Jahren in der Syker Jugend wurde bei einem Turnier ein Talentsucher des TSV Lesum-Burgdamm auf den damals 14-Jährigen aufmerksam. Lesum galt zu diesem Zeitpunkt als erstklassige Adresse und spielte als einziges niedersächsisches Jugendteam in der Landesliga. „Dorthin zu wechseln, war die goldrichtige Entscheidung. Wir hatten ein super Team und sind mit der U16 auf Anhieb Dritter geworden. Eine tolle Zeit“, schwärmt Dettlof von seinem Ex-Verein.

Fast hätte es für den Syker sogar zum Sprung nach ganz oben gereicht. Durch erstklassigen Leistungen in der Bremer Landesauswahl schaffte er den Sprung in den 48er Kader der Deutschen U16-Nationalmannschaft – wohlgemerkt als einziger Bremer. Auch in der neu gegründeten Nachwuchsbundesliga sorgte Dettlof im Team Bremen für Furore. Obwohl er mit 1,87 Metern für einen Basketballer eigentlich recht klein geraten ist, machte es der Syker mit spielerischer Finesse wett. Schnell wurde Dettlof bei den Hanseaten zum absoluten Leistungsträger, ehe ein Kreuzbandriss die vielversprechende Karriere stoppte.

Der Traum vom Profi war geplatzt, doch unterkriegen ließ sich der Youngster davon nicht. „Für mein Abitur war es wahrscheinlich sogar besser. Ich hatte ja während meiner Verletzung viel Zeit zum Lernen“, schmunzelt der 19-Jährige. Anstatt eventuell einmal in die Fußstapfen eines Dirk Nowitzki zu treten, baute Dettlof sein Abi und ging nach auskuriertem Kreuzbandriss zusammen mit seinen alten Kumpels wieder für den TuS Syke auf Korbjagd. Natürlich als Führungsspieler. Gerade seine konstant hohe Trefferquote trug entscheidend zum Bezirksliga-Titelgewinn bei. Wie lange er den Sykern allerdings noch erhalten bleibt, steht in den Sternen. Momentan absolviert Dettlof beim TuS ein freiwilliges soziales Jahr und bringt Kindern an Schulen Basketball näher.

Doch danach möchte der 19-Jährige studieren – eventuell Sport in Köln. „Ob ich dann noch weiter für Syke spielen kann, weiß ich nicht“, ist sich Dettlof unschlüssig. Für den TuS wäre sein Abgang indes in jedem Fall ein herber Verlust, was auch TuS-Coach Dejan Stojanovski bestätigt: „Niklas könnten wir kaum gleichwertig ersetzen.“

Quelle: Kreiszeitung, 11.01.2011 | Sportlerwahl 2010