Herren | Niederlage gegen Hildesheim

[…] Syke Bears scheitern im Pokalviertelfinale an Hildesheim

Syke. Wie ein Tiger im Käfig schlich Dejan Stojanovski die Linie in der Syker BBS-Halle hoch und runter. Der Trainer des TuS Syke rief Anweisungen ins Feld, gestikulierte, feuerte an. Der neutrale Betrachter wurde den Eindruck nicht los: Dieser Mann würde am liebsten selber mitmachen, eingreifen, etwas ändern können. Doch Stojanovski, früher in der Regionalliga aktiv, hatte sich gegen einen Einsatz entschieden. Und musste so von außen mit ansehen, wie seine „Bears“ im Viertelfinale des Basketball-Bezirkspokals gegen Eintracht Hildesheim mit 81:92 unterlagen.

Aber der Höhenflug der Syker „Bären“ endete mit stehenden Ovationen der begeisterten Fans. Denn die junge TuS-Truppe hatte ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Nach dem Titelgewinn in der Bezirksklasse, dem Aufstieg in die Bezirksliga und dem 89:69 gegen den Bezirksoberligisten MTV Stolzenau im Pokalwettbewerb schnupperten die Syker auch gegen Eintracht Hildesheim an einer Überraschung. Doch der Reihe nach.

Zu motiviert, zu spektakulär

Die Hausherren begannen fahrig, übermotiviert. Als wollten sie den 40 begeisterungsfähigen Zuschauern etwas bieten, versuchten sie es mit spektakulären Aktionen anstatt mit einfachem Basketball. Der Gast indes, mit einem deutlich größeren Erfahrungshorizont gesegnet, ließ die Syker Jungs toben, wartete auf den beinahe unvermeidlichen Fehler und startete dann aus einer kompakten Zonendeckung heraus Fastbreaks. Die zweite Hildesheimer Waffe waren Distanzwürfe, die sie zumeist vollkommen ungestört ansetzen durften.

Immer wieder wies Dejan Stojanovski seine Schützlinge darauf hin. In den Auszeiten, in den Viertelpausen. Doch entweder waren die Gehirnwindungen der Syker durch eine zu große Menge Motivationsenzyme blockiert, oder sie konnten die Anweisungen ihres Übungsleiters einfach nicht umsetzen. Erst in Minute 32, beim Stand von 62:81 erreichte der Coach seine Truppe. Auszeit, die Anweisung hieß: Mann gegen Mann, nur stören, nicht attackieren. Und ab diesem Zeitpunkt ging es in der BBS-Arena, wie die Syker Bears ihre Heimstatt liebevoll nennen, richtig zur Sache.

Bären rissen ihre Fans mit

Der TuS drückte aufs Tempo, den Hildesheimern waren erste konditionelle Defizite anzumerken. Die Kulisse kochte jetzt, die Bären rissen ihren Anhang durch bedingungslosen Einsatz mit. Körbchen für Körbchen arbeiteten sich die Gastgeber heran. Engster Zwischenstand: 74:81, da waren noch gut drei Minuten zu absolvieren. Zeit genug, zumal die Eintracht inzwischen ohne Marco Pilipovic (fünf Fouls) und Zoran Duvenjak (technisches Foul) auskommen musste.

Doch für die Wende sollte es nicht mehr reichen. So kurz vor der Überraschung fielen die Syker wieder zurück in ihre Verhaltensmuster. Das Ende vom Lied: Die Zeit wurde knapp, der TuS versuchte über Foulunterbrechungen diesem Strudel zu entkommen, traf aber selber nur noch sporadisch. Und so gab es letztendlich kein Halbfinale, sondern nur verdienten Beifall.

Micha Bustian, Syker Kurier 03.06.09